Ausbaugewerbe weiter im Konjunkturhoch

14.12.2017
Die gesamte Baubranche konnte sich auch in diesem Jahr nicht über mangelnde Aufträge beklagen. Auch wenn aktuell die Zahl der Baugenehmigungen weiter rückläufig ist, bleibt den Akteuren noch immer ein nicht abgearbeitetes Polster aus den überproportional gestiegenen Baugenehmigungen des letzten Jahres. Allerdings täuscht der jetzt vom statistischen Bundesamt registrierte Rückgang von Baugenehmigungen um 7.3 Prozent über die wahren Verhältnisse. Denn nach wie vor erfreut sich der Bau von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern steigender Beliebtheit. So habe die Zahl der Genehmigungen in diesem Segment mit 140 700 Wohnungen, entsprechend einem Zuwachs um 1,1 Prozent, den höchsten Wert in den Monaten von Januar bis Oktober 2017 seit 20 Jahren (Januar bis Oktober 1997: 190 200 Wohnungen) erreicht. Weniger dramatisch liest sich diese Entwicklung, wenn die Zahl der Genehmigungen von Wohnungen in Wohnheimen (unter anderem Flüchtlingsunterkünfte) nicht berücksichtigt wird. Hier habe der Rückgang analog zu den rückläufigen Flüchtlingszahlen 43,6 Prozent betragen, die Wiesbadener Statistiker. Entsprechend betrug der Rückgang der Baugenehmigungen von Neubauwohnungen in Wohngebäuden insgesamt gegenüber dem Vorjahreszeitraum (Januar bis Oktober) 1,2 Prozent.
Geschuldet ist dieser Rückgang vornehmlich der nachlassenden Nachfrage bei Ein- bzw. Zweifamilienhäusern (‑5,1 bzw. ‑1,5 Prozent). Deutliche Rückgänge verzeichnet laut Bundesamt auch die Zahl der Wohnungen, die durch Um- und Ausbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden entstehen sollen. Sie ging in den ersten zehn Monaten 2017 mit einem Minus von 21,2 Prozent deutlich zurück.
Für das Bauhandwerk bleibt bei alledem genug zu tun. So erfreut sich das Installationsgewerbe nach Angaben der entsprechenden Branchenverbände aktuell über ein Auftragspolster von mehreren Monaten. Bestätigt wurde dies jetzt indirekt vom statistischen Bundesamt. So sei in den ersten drei Quartalen 2017 der Umsatz im Ausbaugewerbe um 2,8 Prozent und die Zahl der Beschäftigten um 2,0 Prozent gegenüber den ersten drei Quartalen 2016 gestiegen. Besonders deutlich war dies bei der Elektroinstallation: 3,2 Prozent mehr Umsatz und 2,2 Prozent mehr Beschäftigte. Auch die Sanitärinstallateure hatten laut Bundesamt keinen Grund zur Klage. Deren Umsatz stieg in den ersten zehn Monaten 2017 gegenüber dem Vergleichszeitraum 2916 um 2,6 Prozent, wofür sie 1,4 Prozent mehr Mitarbeiter einstellten. Noch mehr Mitarbeiter stellte übrigens das Fußboden-, Fliesen- und Plattenleger-Gewerbe ein (+2,4 Prozent) bei Umsatzzuwachs von 1,9 Prozent.

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