Duschverbot für die Badewanne

31.7.2017
Weil sich im Bereich der Badewanne oberhalb des Fliesenspiegels ein kräftiger Schimmelbefall gebildet hatte, wollten Mieter einer Kölner Wohnung eine Mietminderung von in diesem Fall 10 Prozent wegen baulicher Mängel (schlechte Belüftung des innenliegenden Bades) durchsetzen und den Vermieter zur Beseitigung des Mangels verpflichten. Während das Kölner Amtsgericht den Klägern Recht gab, kassierte das Landgericht Köln in der Berufungsverhandlung das Urteil. Ein vom Gericht eingeholtes Sachverständigen-Gutachten hatte fest gestellt, dass für die Entstehung des Schimmels bauseitige Ursachen ausscheiden. Die im Badezimmer installierte so genannte Kölner Lüftung sei laut Gutachten zwar nicht ausreichend leistungsstark, um die Luft im Badezimmer nach einem Duschvorgang hinreichend rasch wieder zu entfeuchten. Dieser Umstand sei jedoch für Entstehung und Fortbestand des Schimmelbefalls nicht ursächlich. Auch eine ausreichend dimensionierte und technisch funktionsfähige Lüftung mit zum Beispiel zwei bis vier Luftwechseln pro Stunde hätte den Schimmelbefall in diesem Bereich nicht verhindert.
Vielmehr sei der Schimmelbefall allein dadurch verursacht worden, weil die beiden Wände über der Badewanne im Bereich oberhalb des Fliesenspiegels regelmäßig durchfeuchtet werden, wenn die Kläger in der Badewanne stehend duschen. Diese Art der Benutzung der Badewanne sei rechtlich als vertragswidrig einzuordnen, entschieden die Richter. Denn diese Nutzung musste nach Ansicht des Gerichts auf Grund der baulichen Ausstattung mit dem nur bis in halbe Stehhöhe reichenden Fliesenspiegel zwangsläufig und für die Kläger auch ohne weiteres erkennbar zu einer Beschädigung der Mietsache führen. Denn bei jedem Duschen würde Spritzwasser in die gegen Feuchtigkeitseinflüsse ungeschützten Wandanteile über dem Fliesenspiegel eindringen mit der Folge der Schimmelbildung in diesen Bereichen. (Landgericht Köln, Aktenzeichen 1 S 32/15)

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