Geht „Klo“ auch anders?

6.4.2017
Die Erfindung des „Wasserklosetts“ ist schon eine Weile her. Wann das war, ist strittig: War es Sir John Harington im Jahr 1596, oder der schottische Erfinder Alexander Cummings, der 1775 das Patent für seine Ausführung eines Wasserklosetts erhielt. Oder vielmehr Samuel Prosser, der 1777 sein 'plunger closet' patentieren ließ. Und dann war da noch Gazeneuve et Companie mit der Erfindung des „geruchlosen beweglichen Abtritt“ zu Beginn des 19. Jahrhunderts, der sich schnell großer Beliebtheit erfreute. Heute ist das WC aus Porzellan/Keramik mit Wasserspülung und direkter Verbindung zur Kanalisation Standard. Abgesehen von den unterschiedlichen Typen (Tief-, Flachspüler) hat sich das Produkt trotz intensiver Bemühungen der Designer formal nur bedingt verändert. Voraussetzung für die optimale Funktion aber ist die hoch entwickelte sanitäre Infrastruktur unserer Zivilisation.

Diese SATO Toilette, die speziell für den Einsatz in der Subsahara als Sanitärlösung mit Sitz entwickelt wurde, wird hier von Dr. Jim McHale (oben rechts), Vizepräsident und Geschäftsführer für den Unternehmensbereich SATO bei Lixil, im praktischen Einsatz präsentiert.

SATO Toiletten verfügen über eine Bodenklappe, die sich schnell verriegelt, um Geruchsbildung und das Eindringen von Insekten zu minimieren.

Aber was ist in Regionen mit mangelhafter Wasser- und Abwasserinfrastruktur entwickelt? Darüber hat sich zuletzt das US-Wirtschaftsmagazin „Fast Company“ Gedanken gemacht und den „World Changing Ideas Award“ initiiert. Der sollte Unternehmen für ihren Einfallsreichtum sowie Innovationen in Bezug auf neue Konzepte, Produkte und Projekte, die potenziell das Leben der Menschen verändern und die Welt verbessern können, würdigen. Einer der Finalisten ist die Toilette „SaTo“ (Safe Toilet) des japanischen Konzerns Lixil, Japans größter Anbieter der Baustoffindustrie und Wohngebäudeausstattung.
„Sato“ wurde entwickelt, um die Benutzung und Sicherheit von Latrinengruben in Entwicklungsländern zu verbessern. Das Besondere an ihnen: Sie verfügen über eine Bodenklappe mit Gegengewicht, die verhindert, dass sich Gerüche ausbreiten. Zudem minimiert die Einrichtung die Übertragung von Krankheiten. Die Idee mit einer Klappe als Geruchsverschluss hatte übrigens auch schon Gazeneuve et Companie, nur das hier die Latrinengrube ein Fass war.
Wie es in der Information heißt, wurde die erste „Sato“ Toilette im Jahr 2012 von American Standard, einer Tochtergesellschaft von Lixil, mit Unterstützung der Bill & Melinda Gates Foundation entwickelt. Derzeit sollen mehr als eine Million Toiletten dieser Bauart in über 14 Ländern im Einsatz sein. (Fotos: Lixil)
Mehr darüber zum Beispiel hier: http://www.wateraidamerica.org/news/american-standard-sato-sanitary-toilet-pan-improves-sanitation-for-millions

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