ISH im Ausland beliebter als Zuhause

22.3.2017
Wie schon die Münchener Baumesse BAU 2017 im Januar setzt auch die Frankfurter Messe für Badgestaltung, Gebäude-, Energie- und Klimatechnik sowie erneuerbare Energien, die ISH 2017, die am 18. März nach fünf Tagen zu Ende ging, aktuell verstärkt auf Internationalität. Zwar konnten die Frankfurter den Anteil ausländischer Besucher nicht so deutlich steigern wie die Veranstalter der BAU 2017 (SKS Ausgabe 1.2017), dafür gaben sie schon zuvor auf dem Frankfurter Messegelände mit 39 Prozent (2015: 75 819 Besucher) den Ton an.
In diesem Jahr kamen laut ISH-Veranstalter-Bilanz 80 045 ausländische Messegäste nach Frankfurt und sorgten damit schon allein für den im Abschlussbericht dokumentierten Besucher-Zuwachs auf 200 114 (2015: 196 777). Warum das Interesse einheimischer Fachleute an diesem Haustechnik-Megaevent nachgelassen hat, lässt sich wohl nicht ergründen, dürfte aber wohl das Konzept der Veranstalter bestätigen: „Die ISH wächst und wird immer internationaler“, so Wolfgang Marzin, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Frankfurt. Die besucherstärksten Länder waren danach Italien, China, Frankreich, Niederlande, Schweiz, Großbritannien, Polen, Belgien, Österreich und Spanien.
Auf jeden Fall hatte die Frankfurter Veranstaltung einiges zu bieten und dürfte mit seinen 2 482 Ausstellern durchaus als Abbild des nationalen und internationalen Marktes bezeichnet werden. Denn auch hier dominierte das Ausland mit einem Anteil von 1 593 Ausstellern (61 Prozent). Unübersehbar war hier die fernöstliche Präsenz. Insofern dürfte jeder Besucher auf der Suche nach neuen Produkten und Systemen auf seine Kosten gekommen sein. Wobei in diesem Zusammenhang der Begriff „Innovationen“ speziell im Messe-Segment Bad-Gestaltung tunlichst vermieden werden sollte. Obwohl sich hier jeder Aussteller mit neuen Produkten (und auch mit imposanter, oft überstrapazierter Standarchitektur) mächtig ins Zeug gelegt hat, waren wirkliche Überraschungen Mangelware. Und wenn ein Hersteller sich tatsächlich einmal abseits ausgetretene Produktpfade aus dem Fenster gelehnt hatte, stand meist der Titel „Konzept-Studie“ darüber ohne konkretes Lieferdatum. Im Vordergrund standen Produktpflege, neue Produktvarianten, verbesserte Montage- und System-Technik oder digitale Planungstools. Natürlich gab es auch reichlich neue Produktlinien, die sich zumeist unter dem Sammelbegriff „Déjà-vu“ zusammenfassen lassen. Wenn man einmal von Exoten wie zum Beispiel „Alessi Swan by Hansa“ des Italienischen Designers Mario Trimarchi absieht.

Ein kleiner Messe-Rundgang (Klick aufs Bild)

Fotos: Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Pietro Sutera
Dem traditionellen Messepublikum – Fachhandel und das SHK-Handwerk, das mit einem Anteil von rund einem Drittel traditionell die stärkste Besuchergruppe stellte – war es wohl genug und drängelten sich wissbegierig durch die oft verstopften Messegänge. Für sie war die Frankfurter Veranstaltung eine willkommene Möglichkeit zur gut gelaunten Kontaktpflege und Fachinformation. Denn Grund zur Klage dürften angesichts der aktuellen Konjunkturaussichten die allerwenigsten haben. Ebenso wenig wie die Aussteller, die laut Befragung der Veranstalter zu 88 Prozent zuversichtlich in die Zukunft schauen. Bei den deutschen Ausstellern soll diese Quote gar bei 93 Prozent gelegen haben. Und befragt nach der Messe-Bilanz, scheint die Zufriedenheitsquote ungleich höher ausgefallen zu sein. So hätten sie sich, wie berichtet wird, insbesondere die Anzahl der Neukontakte gefreut. Und so war unter anderem auch Hartmut Dalheimer, Vorsitzender der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft und Geschäftsführer des Badausstatters Keuco „mit der Resonanz der ISH 2017 durchaus zufrieden“. Besonders der internationale Besucheranteil, gerade aus China und Russland, sei stark wahrnehmbar gewesen.

Die nächste ISH findet vom 12. bis 16. März 2019 in Frankfurt am Main statt.

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