Legionellengefahr und Urlaubszeit

3.8.2016
Die Sachverständigen von DEKRA warnen vor einer erhöhten Legionellengefahr in der Urlaubszeit. „Urlaubszeit bedeutet für das Trinkwasser Stillstandszeit“, sagt Roland Lochmann, Experte für Messstellen und Umwelt bei DEKRA. „Bei sommerlichen Temperaturen besteht ganz besonders die Gefahr, dass sich im stehenden Wasser in der Leitung eine erhöhte Legionellenkonzentration bildet.“

Legionellen sind Bakterien, die sich bei Temperaturen zwischen 25 und 50 Grad Celsius vornehmlich bei Stagnation in Trinkwasserleitungen stark vermehren. In belasteten Anlagen können sich Menschen zum Beispiel beim Duschen durch Einatmen feinster Wassertröpfchen infizieren und sich schwere Lungenerkrankungen zuziehen. Fachleute gehen von bis zu 30 000 Legionellen-Erkrankungen pro Jahr in Deutschland aus. Nicht umsonst sieht die Trinkwasserverordnung strenge Richtlinien für die Prophylaxe zum Beispiel mittels thermischer Hygienespülungen besonders in öffentlichen Anlagen vor (DVGW-Arbeitsblatt W 551). Was hier gilt, trifft aber auch für private Haushalte zu.

Um Infektionen durch Legionellen nach dem Urlaub zu vermeiden, empfiehlt Lochmann, nach der Rückkehr das Wasser an allen Warmwasser-Entnahmestellen, wie zum Beispiel in Küche, Bad, Dusche einige Minuten laufen zu lassen, um das stehende Wasser in den Leitungen und Behältern durch frisches zu ersetzen. Bei Einfamilienhäusern wird meist auch die Heizung zusammen mit dem Warmwasserboiler während des Urlaubs abgeschaltet. Dann ist zuerst das Warmwasser auf eine Temperatur von über 60 Grad Celsius aufzuheizen, eine Temperatur, die für Legionellen ein tödliches Klima ist.

Erfahrungen von DEKRA hätten gezeigt, dass etwa jede zehnte Wasserprobe aus Warmwasser-Bereitungsanlagen einen positiven Befund aufweist. Das muss nicht nur durch den Wasserstillstand im Urlaub bedingt sein. Der Grund für erhöhte Legionellen-Konzentrationen kann auch in technischen Mängeln der Anlage oder unsachgemäßer Wartung liegen. Deshalb schreibt die Trinkwasserverordnung vor, zur Ermittlung der Ursache und zur Beurteilung der Risiken einen Sachverständigen hinzuzuziehen, der eine Gefährdungsanalyse erstellt.
In der Regel sind Vermieter von Häusern mit mehr als zwei Wohneinheiten laut Trinkwasserverordnung seit Ende des Jahres 2012 verpflichtet, alle drei Jahre Proben zu entnehmen und auf Bakterien untersuchen zu lassen. Das bedeutet, dass in diesem Jahr alle Gebäude turnusgemäß wieder prüfpflichtig geworden sind, die 2013 erstmalig untersucht wurden.

Eine Broschüre zum Thema Legionellenprophylaxe hat unter anderen das Deutsches Kupferinstitut herausgegeben. Sie steht im Internet zum Download zur Verfügung (http://kupfer.de/bibliothek/brochuren) oder auf der SKS-Downloadseite download.sks-infoservice.de.

Kontakt | Impressum