05.01.2016

Pause für strengerer Energiesparauflagen?

Pause für strengerer Energiesparauflagen?
Am 1. Januar 2016 ist eine weitere Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) in Kraft getreten. Den Ergebnissen einer neuen Umfrage von BHW zufolge würde jedoch eine Mehrheit der Deutschen eine vorübergehende Aussetzung des Gesetzes unterstützen. Danach sind 40 Prozent der Bundesbürger dafür, die Regeln der Energieeinsparverordnung vorerst nicht zu verschärfen. 14 Prozent wollen sogar eine Verschiebung ohne jeden Vorbehalt. Der Grund dafür: Der Bedarf an bezahlbarem Wohnraum hat in vielen Städten durch den Zuzug stark zugenommen. Auch Branchenverbände und Politik diskutieren derzeit, die Energieeffizienz-Auflagen zu reduzieren, um den Neubau zu beschleunigen.
Das Gros der Bundesbürger sieht beim Bauen dringenden Handlungsbedarf: 76 Prozent sind der Meinung, die Baupolitik habe bisher noch nicht genug getan, um die angespannte Wohnungssituation zu verbessern. "Wünschenswert ist jetzt ein Bündel von Maßnahmen, um in den besonders betroffenen Großstädten Anreize für mehr Bautätigkeit zu geben, zum Beispiel durch die Vereinfachung von Antragsverfahren", erklärt Jörg Koschate, Generalbevollmächtigter der Bausparkasse BHW.
Koschate hält gleichwohl nichts vom Abrücken von der Energiewende. "Ein Wohngebäude ist ein nachhaltiges Produkt mit einem Lebenszyklus von 100 und mehr Jahren, da sollte die moderne energetische Ausstattung ein wichtiges Gebot bleiben", so Koschate. Laut einer aktuellen Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln kommt der Wohnungsbau dem steigenden Bedarf vor allem in Großstädten nicht nach. Insgesamt geht das Bundesbauministerium von einem Baubedarf von je 350 000 Wohnungen pro Jahr aus zusammengerechnet für die nächsten drei Jahre also über eine Million Wohneinheiten.

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