16 17 STEINKERAMIKSANITAER.DE II. Quartal 2025 STEINKERAMIKSANITAER.DE II. Quartal 2025 PraxisundProjekte PraxisundProjekte Kleiner Maßstab für viel Luxus emeinsam aber ist allen der Wunsch nach eingeschränktem Wohnkomfort oder den üblichen Konsum-Ballast. Ein markantes Zeichen in der „Hütten“-Landschaft wollte das Studio ÖÖD-House in Estland schaffen. „ööd“ heißt übersetzt „Nächte». Aber man sollte darin nicht nur Nächte verbringen können. Das von dem Studio konzipierte Haus Kleiner Maßstab für viel Luxus Schriftsteller Henry David Thoreau bis zum Star-Architekten Le Corbusier hatten eines gemeinsam: Sie alle waren Hüttenbewohner. Die heutigen „Hütten“ heißen „Tiny Houses“ und liegen absolut im Trend, ob als temporäre Urlaubsunterkunft oder fest im eigenen Garten installiert. Inzwischen hat sich auch die Architektur diese Bauform, oder besser: Wohnform, angenommen und ein breites Spektrum an Möglichkeiten geschaffen, von der tatsächlichen Hütte, die oft sogar auf Rädern unterwegs ist, bis zu Architekturpreis verdächtigen Vorzeigemodellen. will nicht mit Verzicht auf Raum und Üppigkeit punkten, auch energetische Reduktion praktizieren. So benötige es nur minimale Energie. Ein Rollladen innerhalb der dreifach verglasten Scheibe verhindert ungewollte Einblicke von außen, selbst wenn innen Licht brennt. Aber ÖÖD-House wollte mehr, nämlich „ein FünfSterne-Hotelzimmer mitten in der Natur zu platzieren“. Das Ergebnis ist das „Golden House“, das in einer limitierten Auflage von 79 Einheiten vorgefertigt wird und an naturnahen Standorten auf der ganzen Welt aufgestellt werden kann. Man kann durchaus darüber streiten, ob hier der Begriff „Tiny“ noch opportun ist, denn selbst die luxuriöse Ausstattung hat kaum noch etwas mit Minimalismus zu tun. Schon der äußere Anschein mit den maßgefertigten Fenstern in Goldoptik rückt den Begriff Luxus in greifbare Nähe. Aber wenigstens dürfte zumindest ÖÖD House selbst davon überzeugt sein, dass sich ihr Objekt so von außen betrachtet „gänzlich unauffällig in die natürliche Umgebung einfügen“ würde und somit nahtlos mit der Landschaft verschmilzt. Der Hauptraum ist elegant, aber dennoch gemütlich gestaltet. Verschiedene Elemente laden zum Entspannen ein. Steinböden und geometrische Holzverkleidungen sorgen für eine ruhige Atmosphäre, die durch dezente Farbakzente in Rot belebt wird. Exklusive Einrichtungsgegenstände wie ein prächtiges Lederbett, zwei Sessel aus der Mitte des Jahrhunderts und kunstvolle Textilien erweitern das luxuriöse Wohnambiente. Das wird auch in der Küche nicht unterbrochen, in der Marmor mit honigfarbener Maserung das Bild bestimmt. Diesem Stilprinzip folgt auch das Badezimmer mit einer aufwendigen Mischung aus dunklen Steinfliesen, goldenen Zierleisten. Da ist der Ruf nach einer Design-Ausstattung unüberhörbar. Dieser Ruf wurde im Schwarzwald gehört und mit Designarmaturen der Marke „Axor“ beantwortet. Die „Brushed Brass Optik“ der Küchen- und Badarmaturen und Entwürfen von Stardesignern wie Antonio Citterio oder Barber Osgerby sorgen dafür, dass das angestrebte „Fünf-Stern-Flair“ weiter präsent ist. Immerhin kommt hier erstmals der Begriff Nachhaltigkeit ins Spiel, denn die Armaturen würden ������������������������������������ auf einer innovativen, wassersparenden Select-Technologie wie „Ecosmart“ oder „Coolstart“ basieren, seien also dem nachhaltigen Luxus verpflichtet. Und wohin jetzt mit Mini-Luxus-Hütten? ÖÖD könnte sich zum Beispiel einen norwegischen Fjord oder den brasilianischen Regenwald vorstellen. „Ein Fünf-Sterne-Hotelzimmer mitten in der Natur zu platzieren“ war das Anliegen des in Estland ansässigen Studio ÖÖD House. „Tiny House“ üblicher Verzicht gilt deshalb weder im Wohnraum noch im Bad. Was den Fenstern in Goldoptik (rechte Seite) recht ist, ist den Badarmaturen billig: Sie glänzen in einer Gold farbenen Optik, offiziell als „Brushed Brass Optik“ (hier: die „Axor One 140“ Armatur) bezeichnet. Naturnahe Farben im Wohnbereich und den Schlafräumen sollen eine gefühlte Verbindung zu den jeweiligen Standorten in der Natur herstellen, die sich nach Willen der Erfinder keinesfalls in einem städtischen Umfeld, sondern (wie rechtes Bild) zum Beispiel in einem Wald befinden sollen. 2016 von Jaak und Andreas Tiik gegründet, ist ÖÖD bekannt für sein Signature House, von dem bereits über 600 Stück in mehr als 25 Länder weltweit verkauft wurden. Um die Exklusivität noch weiter zu steigern, hat ÖÖD im letzten Jahr das Golden House in limitierter Auflage entwickelt. Info Fotos: © Jaan Parmask / ÖÖD House G ý Mehr Informationen und Adressen im Register ab Seite 44
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