SKS Ausgabe 2.2025

TechnikundSysteme TechnikundSysteme 30 31 STEINKERAMIKSANITAER.DE II. Quartal 2025 STEINKERAMIKSANITAER.DE II. Quartal 2025 Eigentlich setzt man es voraus, dass ein Hotel eine einladende Ausstrahlung hat. Die Hotelkette IHG Hotels & Resorts, die nach Zimmeranzahl derzeit die viertgrößte Hotelgruppe der Welt, lässt es damit bewenden und nennt seine Hotels „voco“. Für alle mit oder ohne großes oder kleines Latinum: „voco“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „herbeirufen“ oder „einladen“. Weltweit gibt es inzwischen 87 „voco“ Hotels, in denen der Betreiber eine einladende Atmosphäre umgesetzt hat. Dabei geht es hier nicht nur um den Wohlfühlfaktor, dazu gehört auch eine Einladung zu einem möglichst nachhaltigen Hotelaufenthalt: Pflanzenbasierte Kosmetika aus Großpackungen abgefüllt, Bettbezüge aus recyceltem Material, gefiltertes Trinkwasser in wiederverwendbaren Glasflaschen und Ladestationen für Elektrofahrzeuge gehören genauso zum Konzept, wie ein nachhaltiger Umgang mit Wasser und Energie. Im September 2023 eröffnete IHG im belgischen Vilvoorde das „Voco Brussels City North Hotel“, das einem leuchtend blauen Schiffsbug ähnelt. 92 Zimmer, ein Restaurant und ein Konferenzzentrum werden auch von den Menschen genutzt, die im benachbarten Living Tomorrow Nachhaltiges Wassermanagement mit Wohlfühlfaktor Nachhaltiges Wassermanagement mit Wohlfühlfaktor Damit das Duschabwasser der Hotelgäste nicht ungenutzt in den Abfluss fließt, setzt Hotelbetreiber IHG Hotels & Resorts auf ein Grauwasserrecyclingsystem. Innovation Center Trends und Technologien der Zukunft entdecken und entwickeln. Ein Kernthema des Hotels ist nicht zuletzt der nachhaltige Umgang mit der Ressource Wasser. So sollen in den Hotelbädern die Gäste mit nachhaltigem Wassergenuss dank Wasser und Energie sparender Technologien entspannen. Dazu gehören unter anderem Armaturen mit so genannter „CoolStart“-Funktion, die in neutraler Griffmittelstellung ausschließlich Kaltwasser spenden und so bei kurzer Nutzung unnötiges Aufwärmen und Energieverbrauch vermeiden. Sparen war auch Thema bei der Wahl der Armaturenmodelle aber auch der Wasserverbrauch. Mehr als sechs Liter Wasser pro Minute sollten nicht ins Waschbecken fließen. In der Dusche waren acht Liter die Obergrenze. Die Bilanz dieser Maßnahmen war 40 Prozent Wassereinsparung gegenüber Standardarmaturen und eine entsprechende Energieeinsparung beim Warmwasserverbrauch. Das größte Einsparungspotenzial aber hat das Hotel gewissermaßen im Keller realisiert. Denn das Duschabwasser fließt nicht ungenutzt in den Abfluss: Die Hotelbetreiber setzten auf ein Grauwasserrecyclingsystem. Aus 58 Hotelbädern fließt das Duschabwasser in ein System, das aus fünf in Kaskade geschalteten Einheiten besteht und 10 Quadratmeter Fläche beansprucht. Hier wird das Duschabwasser in einem innovativen biologischen Verfahren gereinigt und desinfiziert. Das Ergebnis ist hochwertiges, zertifiziertes Recyclingwasser, das für die Toilettenspülung wiederverwendet wird. Die jährlichen Wassereinsparungen schätzt der Hotelbetreiber auf rund 1,2 Millionen Liter. Mittel zum Zweck dieser Einsparmaßnahme ist das „Hydraloop Grauwasserrecyclingsystem“ des niederländischen Unternehmens Hydraloop, mit dem der Armaturenhersteller Hansgrohe seit März 2025 kooperiert. Dabei handelt es sich um wartungsarme und loT-gesteuerte Aufbereitungsanlagen. Mit dieser Kooperation verfolgt das Schwarzwälder Unternehmen das Ziel, Technologien für den gesamten Wasserkreislauf in Gebäuden anbieten zu können, wozu auch das Bewusstsein für eine nachhaltige Nutzung der Ressource Wasser gehört. Wie berichtet (SKS Ausgabe 12025) sammelt das schrankgroße Aufbereitungssystem Abwasser aus Duschen, Badewannen, Waschmaschinen und Kondenswasser aus Wärmepumpen, Klimaanlagen und Wäschetrocknern, also genanntes Grauwasser, und reinigt und desinfiziert es in einem biologischen Verfahren. Das Ergebnis ist zertifiziertes Recyclingwasser, das sich für Nichttrinkwasseranwendungen wie Toilettenspülung, Gartenbewässerung oder in Waschmaschinen eignet. Für Steven Vandevelde, General Manager des IHG voco Brussels City North Hotels, gehören Wasserspartechnologien zum Gesamtkonzept, damit das Wohlfühlerlebnis nicht auf Kosten wertvoller Ressourcen geht. Und außerdem sei es ein entscheidender Faktor dafür gewesen, dass sein Hotel das „Green Key Zertifikat“ erhalten habe, eine Auszeichnung für Nachhaltigkeit in der Hotellerie. Das Herz des Hotel eigenen Recyclingsystem besteht aus fünf in Kaskade geschalteten Einheiten, die eine Fläche von 10 Quadratmeter Fläche beanspruchen. Hier wird das Duschabwasser in einem biologischen Verfahren gereinigt und desinfiziert. Der Wohlfühlfaktor unserer Gäste liegt uns am Herzen. Dazu trägt das Duschen erheblich bei. Deshalb wollen wir hier nicht sparen. Steven Vandevelde, General Manager des IHG voco Brussels City North Hotels Ergänzt wird das Wasser und Energie sparende Engagement der Hotelbetreiber mit Wasser- und Energie sparenden Armaturen in der Dusche und am Waschbecken, wie zum Beispiel mit so genannten CoolStart-Armaturen („Talis E“), die in neutraler Griffmittelstellung ausschließlich Kaltwasser spenden. Die Hotelgäste selbst erleben das Brüsseler Hotel wie andere auch. Gästezimmer und Bäder sind komfortabel und zweckmäßig ausgestattet. Fotos: © IHG voco Brussels City North Hotels ý Mehr Informationen und Adressen im Register ab Seite 44

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