SKS Ausgabe 2.2025

34 35 STEINKERAMIKSANITAER.DE II. Quartal 2025 STEINKERAMIKSANITAER.DE II. Quartal 2025 TitelThema TitelThema Jubiläum für einen guten Abschluss Jubiläum für einen guten Abschluss Chronik einer Problemlösung Von einer guten Idee zu einem Produkt, das zum Synonym für eine ganze Gattung geworden ist: Die Schlüter-Schiene feiert 50-jähriges Jubiläum. Für das Iserlohner Unternehmen Schlüter-Systems KG ein besonderer Grund zum Feiern. Denn im Gegensatz zu vielen Erfindungen, die das Licht der Welt erblicken, aber nicht über den Status einer Idee hinauskommen, wurde hier aus der Produktidee eine Gattungsbezeichnung. enn wenn jemand von einem Abschlussprofil für Fliesenbeläge spricht, fällt wie selbstverständlich der Name Schlüter-Schiene. Und das seit inzwischen 50 Jahren. Aber anstatt zu altern, erfindet sie sich immer wieder neu und ist bis heute so innovativ wie am ersten Tag. Die Idee zu diesem Abschlussprofil kam Werner Schlüter 1975. Als Fliesenlegermeister musste er in einem Badezimmer einen sauberen Abschluss an fünf Türen für das im Dünnbett verlegte Florentiner Mosaik finden. Es galt, die Fliesenkanten an diesen Übergängen vor Beschädigungen zu schützen, damit der Fliesenboden schadenfrei bleibt. Allerdings gab es zu der Zeit schlicht kein Produkt auf dem Markt, das ihm weiterhelfen konnte. Der Fliesenlegermeister hatte eine Idee: ein L-förmiges Profil aus Metall mit einem gelochten Befestigungsschenkel. Mithilfe eines befreundeten Werkzeugmachers entwickelte er einen Prototypen, der sich auch in Praxistests bewährte. Werner Schlüter erkannte das Potenzial und meldete das Profil als Patent an. Am 23. Oktober 1975 wurde die Eintragungsurkunde inklusive der Schutzrechte offiziell ausgestellt. Damit gehört Schlüter zu einer exklusiven Minderheit, denn auch heute noch besitzen nur 3 Prozent der knapp 400 000 mittelständischen Unternehmen in Deutschland ein Patent. Das war zugleich der Startschuss für die Produktion der ersten Profilserie aus Messing, die in fünf verschiedenen Abmessungen gefertigt wurde. Auch ein Name war schnell gefunden: „Schlüter-Schiene“, den ein erster Prospekt in die Öffentlichkeit trug. Vom Praxis-Problem zur Praxis-Lösung D Werner Schlüter war nicht nur engagierter Fliesenlegermeister, sondern auch Tüftler, der in der Geschichte seines Unternehmens stets treibende Kraft auf der Suche nach praktischen Produktlösungen für das Bauen mit keramischen Fliesen war. Das historische Dokument aus dem Jahr 1975 über die Eintragung des Patents und der Schutzrechte des neuen Profils. Angefangen hat es mit den fünf Profilvarianten M60, M80, M100, M125 und M150 aus Messing, die bis heute ein Begriff im Fliesenlegerhandwerk und nach wie vor Bestandteil des Lieferprogramms sind. Zusätzliche Höhen sowie Profile aus Aluminium und eloxiertem Aluminium machten das Sortiment rund. Die meisten wurden zum Dauerbrenner, wie der Profiltyp „Schiene-AE 100“, also die Schlüter-Schiene aus eloxiertem Aluminium in 10 mm Höhe, von der allein 2023 weltweit über 5,5 Millionen Meter verkauft wurden. Trotz der von Anfang an professionellen Ambitionen hatte Werner Schlüter die Herstellung und den Vertrieb der Schiene ursprünglich nur als Nebenbeigeschäft zu seiner Arbeit als selbstständiger Fliesenleger gedacht. So befand sich das erste Lager des Fliesenlegerbetriebs auf dem heimischen Grundstück, direkt neben dem Wohnhaus der Familie, ähnlich wie andere berühmte Firmen, die ihren Ursprung in einer Garage haben. Werner Schlüter erinnert sich: „In Deutschland wurde die Schlüter-Schiene dank ihrer Praxistauglichkeit sehr schnell in der Fliesenbranche bekannt, sodass sich bereits im ersten Jahr ein beachtlicher Umsatz entwickelte.“ Ein Grund dafür war auch die Einbindung des Fliesengroßhandels in den Vertrieb. Denn, so Schlüters Credo, dort, wo Fliesen und Fliesenkleber verkauft werden, sollte die Schiene zu finden sein. Mit dem schnellen Erfolg des jungen Unternehmens wurden die Räumlichkeiten am eigenen Wohnhaus bald Während ihrer Lebenszeit wurde die Schlüter-Schiene immer weiter optimiert. Links die Urfassung mit der runden Lochung, rechts die aktuelle Version mit dem Fugensteg und der typischen Trapezstanzung. Von Anfang an hat Werner Schlüter Wert auf die Vermarktung gelegt. Dazu gehörte auch ein Prospekt, der sich noch auf die zur damaligen Zeit besonders beliebten Florentiner Fliesen bezog. Die erste Mustertafel rechts demonstrierte dann bereits den Einsatz der Schiene mit rechteckigen Fliesen. Dank der kontinuierlichen Weiterentwicklung entsprach die Schlüter-Schiene immer den allgemein anerkannten Regeln der Technik In Deutschland wurde die SchlüterSchiene durch Werbung schnell in der Fliesenbranche bekannt, sodass sich bereits im ersten Jahr ein recht beachtlicher Umsatz entwickelte. Fliesenlegermeister Werner Schlüter Die erste Preisliste aus dem Jahr 1975 war noch überschaubar. Danach hätte ein Meter der kleinsten Schiene umgerechnet 2,40 Euro gekostet. Aus dem „beschaulichen“ Lager auf dem heimischen Grundstück neben dem Wohnhaus der Familie ist nach dem Umzug nach Iserlohn an die Schmölestraße heute ein Firmengelände geworden, das erst kürzlich mit einem 21 000 Quadratmeter umfassenden Logistikzentrum erweitert wurde. In der Bildmitte das ehemalige Verwaltungsgebäude, das an die erste Produktionshalle grenzt. Advertorial Fotos, Texte: Schlüter-Systems KG ý

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