Stein Keramik Sanitär 4.2025

2025 www.steinkeramiksanitaer.de Ausgabe 4 – IV. Quartal 2025 38. Jahrgang G10425 Weihnachtsmärkte 6 + Tolle Rolle 7 + Dschungel-Hütte 8 + Heide-Dorf 10 + karibische Nonna 16 + Licht trifft Haptik 14 Im schatten der Festung 18 + Klinker-Kubus 20 + 32 + Farbe mit Stil 28 + Wetterfest 36 4 Perfekte Revitalisierung: Vom Gotteshaus zum Boutique-Ho(s)tel Das BUNK Hotel ist ein eindrucksvolles Beispiel für die Transformation sakraler Architektur. Von den ursprünglich vier protestantischen Utrechter Kirchen ist die ehemalige Westerkerk als einzige erhalten geblieben. Gründer Robin Hagedoorn verwandelte das 1891 erbaute Gotteshaus in ein ausgezeichnetes Boutique-Ho(s)tel, mehr darüber ab Seite 24. Foto: © Wouter van der Sar

MeineMeinung 3 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 Anzeige PCI: „Fliesen sicher sanieren“ Anzeige Sopro Bauchemie „Sopro Designfuge Trendline“ gkoehler@stein-keramik-sanitaer.de Anzeige Dallmer „DallFlex 2.0: Das Original jetzt noch besser“ Ich war fest davon überzeugt, das „Wort des Jahres“ würde BauTurbo werden. Das hat nun leider nicht geklappt. Stattdessen ist es „KI-Ära“ geworden. Vielleicht war das mit dem Turbo ja zu speziell. Allerdings nicht so für Verena Hubertz, seit dem 9. April 2025 Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen in der GroKo. Und um die Statistik rund zu machen: Sie ist die 25. Amtsinhaberin dieses bundesdeutschen Ressorts seit 1949, das in dieser Zeit zehnmal den Namen wechselt. Heute also ist es das „Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen“, was eigentlich gefühlt wenig Einfluss auf ihre Erfolgsaussichten haben dürfte. Aller Augen der Not leidenden Baubranche sind seither auf sie gerichtet, sie ist gewissermaßen die Inkarnation der BauHoffnungen. Ihr Vorteil: Die „Fußstapfen“, die ihre Vorgängerin Klara Geywitz hinterlassen hat, sind nicht allzu groß. Aber allein mit dem Penetrieren des Begriffes Bauturbo dürfte es nicht getan sein. Alle warten jetzt auf entscheidende Duftmarken, mit denen ihre Amtszeit in Baugeschichte eingeht. Schließlich sei das Bundesbauministerium eines der zentralen Investitionsressorts der Bundesregierung, also ein Motor für den wirtschaftlichen Aufschwung, wie sie es erst kürzlich im Bundestag formulierte. Dazu sagt sie so schlaue Sachen wie „Wir verwandeln Geld in Wohnungen, Gebäude in Zukunft und bringen unser Land voran“ oder „Häuser sind für die Menschen da, nicht umgekehrt“ in einem von der Wohnzeitschrift „Schöner Wohnen“ veröffentlichtem Interview. Wie auch immer ihr Einfluss im Baugeschehen zu bewerten ist: Die Stimmung scheint doch auf ein Licht am Ende des Tunnels hinzudeuten. Der positive Trend in Sachen Baugenehmigungen, über den wir auf Seite 46 berichten, scheint sich fortzusetzen. So haben Wiesbadener Statistiker für den Oktober 2025 erneut positive Zahlen veröffentlicht. So habe sich der Aufwärtstrend bei Ein- und Mehrfamilienhäusern fortgesetzt. Summa summarum wurde im Zeitraum von Januar bis Oktober 2025 in Deutschland der Bau von 195 400 Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden genehmigt, 11,2 Prozent mehr als von Januar bis Oktober 2024. Selbst wenn man berücksichtigt, dass der Vorjahres-Vergleichszeitraum von eher mageren Genehmigungszahlen geprägt waren, stimmt diese Statistik doch irgendwie zuversichtlich. Jetzt muss nur noch die Gesamtwirtschaft auf Touren kommen, damit all jene, denen Projekt genehmigt wurde, auch ausreichend Geld haben, um es auch auszuführen. Vielleicht kann Verena Hubertz daran drehen. Geben wir ihr noch ein wenig Zeit, regieren zu üben. Viele Ihrer Kolleginnen oder Kollegen im Kabinett sind ja offensichtlich auch noch in der Ausbildung. Warten auf die neue Jahreszahl 2026 und genießen die restlichen 2025er-Tage. Aber erst einmal vielen Dank für Ihre bisheriges Interesse an SKS. Im Namen des SKS-Teams wünsche ich Ihnen alles Gute, einen tollen Start in ein hoffentlich erfolgreiches Neues Jahr und: Bleiben sie uns gewogen! Das Warten auf das Ende des Tunnels Das Warten auf das Ende des Tunnels https://www.dallmer.de/de/duschrinnensysteme/dallflex-systemfamilie/systemuebersicht.hp Wenn Flexibilität zählt: Ein Duschrinnensystem, alle Möglichkeiten. Neu: für Fliesen- und Keramikbeläge ab 6 mm. Zeitdruck, komplexe Einbausituationen, wechselnde Fliesenstärken – DallFlex 2.0 passt. Ein Sortiment, unendliche Möglichkeiten für Wand und Fläche. DallFlex 2.0: Das Original jetzt noch besser. DallFlex 2.0 im Einsatz zeigen, Foto hochladen und gewinnen unter dallmer.de/dallflex-aktion NEU für Fliesen- und Keramikbeläge ab 6 mm.

Panorama Panorama 4 5 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 Landespreis NRW: Auszeichnung vorbildlicher NRW-Bauten (6)  Umfrage: KI, Teilzeit und Bürokratie prägen Berufsalltag (6)  Bohr-Challange: Weltrekord im Löcher-bohren (6)  Tolle Rolle: „SoMe“-Kampagne mit der Rolle (7) Naturnah: Biohotel Wildland und der Reiz des Unperekten (10)  Kunterbunt: Italienische Seele in einem karibischen Ambiente (12) Architektenhaus: Geordnete Wohnwelt mit professionellem Anspruch (16) Metamorphose: Vom mittelalterlichen Idyll zum mediterranem Wohnhaus (18) Klassiker: Ein DesignKlassiker feiert Jubiläum (31) Mittelpunkt: Metamophose Eines Schulgebäudes aus der Kaiserzeit (34) Wetterfest: Seebrücke Scharbeutz wappnet sich gegen wind und wetter (36) Silberstreif: Baugenehmigungen auf wachstumskurs (34) Service/impressum/(42–45) Mehr Inhalt: www.steinkeramiksanitaer.de/inhalte/ausgabe-3.2025 Bildquellen siehe Beitrag 36 Übers Wasser: Stufendrainage für eine Seebrücke Technik 28 Die Farbe Beige: Harmonie für ruhige Räume Design AusdemInhalt 20 Klinkerfassade mit Charakter: Vom Ringofen zum Smart-Home Objekte II 8 Wilkommen im Dschungel: Verwunschenes Domizil im balinesischen Dschungel Objekte I Inhalt ý 2025 wird der Landespreis zum zehnten Mal an insgesamt 25 neue oder erneuerte Gebäude und Freiraumgestaltungen aus 16 nordrhein-westfälischen Kommunen vergeben. Die Preisverleihung findet Anfang Februar 2026 im Düsseldorfer Kunstmuseum K21 statt. Die Bandbreite der „vorbildlichen Bauten“ der vergangenen fünf Jahre reicht vom großen öffentlichen Bauwerk über Wohnsiedlungen und Bürokomplexe bis zu Freiraumgestaltungen und kleinen privaten Wohnhäusern. Zu den ausgezeichneten Projekten gehörten unter anderem das SOS-Kinderdorf in Düsseldorf, Hofgeflüster Hinterhofbebauung in Düsseldorf, Studentisches Wohnen am Lousberg in Aachen oder auch der Für den Präsidenten der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen Ernst Uhing ist das Auszeichnungsverfahren stets auch ein Spiegel aktueller Trends im Planen und Bauen. Insgesamt waren 159 Bauten zu dem Auszeichnungsverfahren eingereicht worden.Viele der ausgewählten Projekte unterstützen das soziale Miteinander in Städten und Gemeinden oder stellen Weiterentwicklungen innerhalb des Gebäudebestands dar“. Ernst Uhing, Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen finden es besonders erfreulich, dass etwa die Hälfte der ausgewählten Projekte aus dem Bereich des geförderten Wohnungsbaus stammen. Auszeichnung vorbildlicher NRW-Bauten Auszeichnung vorbildlicher NRW-Bauten 25 Bauwerke in Nordrhein-Westfalen wurden mit dem Landespreis für Architektur ausgezeichnet Die Auszeichnung wird alle fünf Jahre durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen in Kooperation mit der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen an die besten Bauwerke und Objekte der jeweiligen Periode vergeben. Beim TECE Campus Emsdetten handelt es sich um den Abbruch und Neubau eines Büro- und Verwaltungsgebäudes, bei dem die rund 210 Mitarbeitenden von bislang verteilten Standorten in eine zentrale Arbeitsumgebung zusammengeführt werden. Das neue Ensemble sieht zwei ineinandergeschobene Kuben mit jeweils zwei Geschossen vor, die sich um eingeschnittene Innenhöfe gruppieren. So entstehen lichtdurchflutete Arbeitsbereiche mit hoher Aufenthaltsqualität. Durch den Abbruch des Gebäudes wurden 14.000 qm Fläche entsiegelt. Das Abbruchmaterial wurde weitgehend zerkleinert und für den Unterbau des Neubaus sowie Stellplätze wiederverwendet. Architektur: Schilling Architekten GmbH, Köln, Bauherr: Heitec Immobilie GmbH & Co. KG TECE Campus in Emsdetten Waldkindergarten in Wadersloh-Liesborn Die Jury würdigt ein kleines, aber bemerkenswertes Projekt, das Innen- und Außenräume sensibel mit-einander verknüpft und sich leise in die Umgebung einfügt. Damit zeigt der Waldkindergarten, dass Architektur auch im kleinen Maßstab soziale Wirkung entfalten, Ressourcen schonen und Perspektiven für eine nachhaltige Baukultur eröffnen kann.“ Architektur:Thomas Becker Architekten GmbH, Ennigerloh Bauherr: DRK Ortsverein Wadersloh e.V. Sustainability Challenge sucht Innovationen Mit ihrem Innovationswettbewerb „DGNB Sustainability Challenge“ rückt die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen DGNB e.V. seit 2016 zukunftsweisende Ansätze und Lösungen ins Rampenlicht. Auch 2026 werden in den drei Kategorien „Innovation“, „Start-up“ und „Forschung“ Vordenker ausgezeichnet, die das nachhaltige Bauen aktiv vorantreiben. Studentische Arbeiten haben die Chance auf einen Sonderpreis. Mit dem kategorienübergreifenden Sonderpreis „Klima“ werden in dieser Ausgabe Projekte gesucht, die nachweislich zur Transformation des Gebäudesektors in Richtung Klimaneutralität beitragen. Die Bewerbungsphase läuft bis zum 31. Januar 2026. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt beim DGNB Tag der Nachhaltigkeit am 17. Juni 2026 in Stuttgart. Die Teilnahme an der Sustainability Challenge ist kostenfrei. Bewerbungen können bis zum 31. Januar 2026 über ein Online-Formular auf der Website www. dgnb.de/sc eingereicht werden. 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Panorama Panorama 6 7 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 §§ Mehr Informationen und alle Adressen im Register ab Seite 44 Teure Beratung Berät ein Architekt seine Kunden über Fördermittel und Fördermöglichkeiten, muss er Schadenersatz in Höhe der möglichen Fördermittel leisten, wenn seine Tipps falsch waren und die Kunden keine Fördergelder von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhalten. In diesem Fall empfahl der Architekt, das Objekt in Wohnungseigentum umzuwandeln, da dies eine Voraussetzung für die Gewährung von KfW-Fördermitteln im Rahmen des Programms „Energieeffizient Sanieren“ sei. Entsprechend stellte das Ehepaar den Antrag auf die Fördermittel noch bevor die Umwandlung des Hauses in Wohnungseigentum vollzogen war. Nachdem die Sanierungsarbeiten durchgeführt und die Umwandlung in Wohnungseigentum abgeschlossen waren, rief das Ehepaar die Fördermittel ab. Die KfW verweigerte jedoch die Auszahlung, da nach den Förderbedingungen nur Eigentümer von bestehenden Eigentumswohnungen antragsberechtigt seien. Eine Umwandlung in Wohnungseigentum erst nach Antragstellung genüge dagegen nicht. Die nun entgangenen Vorteile verlangten die Eigentümer von dem Architekten ersetzt. Die Kammer gab der Klage statt. Da die Information über die Voraussetzungen für die KfW-Förderung der geplanten Maßnahme unzureichend gewesen sei, habe er seine Schutzpflichten aus dem Beratungsvertrag verletzt. Die entgangenen Fördermittel in Höhe von rund 60 000 Euro musste er erstatten. (LG Frankenthal, Az. 7 O 13/23) Täuschung beim Hauskauf Zeigen sich nach dem Kauf einer gebrauchten Immobilie gravierende Schäden oder Probleme mit der Baugenehmigung, hat der Erwerber oftmals keine Handhabe, gegen den Verkäufer vorzugehen. Denn in praktisch allen Hauskaufverträgen findet sich ein Ausschluss der Haftung für Mängel jeglicher Art. Der Käufer muss dann die Kosten der Mangelbeseitigung selbst tragen. Dass ein Rückgriff auf den Verkäufer in Ausnahmefällen doch möglich ist, so der Stuttgarter Rechtsanwalt, Fachanwalt für Erbrecht und Arbeitsrecht Michael Henn, zeigt eine aktuelle (noch nicht rechtskräftige) Entscheidung des Landgerichts Frankenthal (Pfalz), vom 01.10.2025, Az. 6 O 259/24. Danach kann ein Hauskauf trotz Haftungsausschluss erfolgreich angefochten werden, wenn der Verkäufer den wahren Zustand des Hauses verschleiert hat. Denn die Haftung lässt sich nicht wirksam ausschließen, wenn der Käufer arglistig getäuscht worden ist. Im Maklerexposé wurde das Haus unter anderem als „liebevoll kernsaniert“ beworben. Die Verkäuferin verschwieg jedoch wichtige Informationen. Damit entsprach nach Ansicht des Gerichts das Haus nicht der Beschreibung im Maklerexposé, das wie eine öffentliche Äußerung der Verkäuferin zu werten sei. (Quelle: DASV) In einer neuen Social-Media-Kampagne unter dem Claim „Ist das Kunst oder kann das weg?“ wird die „tolle Rolle“ zum kreativen Protagonisten. Es ist nicht zu leugnen: Witzig sind die zehn Motive allemal, die sich die Marketing-Strategen des Lingener Unternehmens ausgedacht haben. Wer ihnen allerdings auf Instagram und LinkedIn begegnet, soll sich jedoch nicht für die Klo-Rolle begeistern, zumal sie überhaupt nicht im Sortiment von Emco Bad zu finden ist. Vielmehr geht es um Ausstattungsmodule fürs Bad, deren Bekanntheit man beim Bauvolk steigern möchte. Ziel sei es, Designfans und Modernisierer gleichermaßen zu inspirieren und zu zeigen, dass Ästhetik im Bad keine Kunst, sondern eine Frage des richtigen Moduls ist, in diesem Fall Unterputzlösungen vom Typ „Asis“, die das Bad nicht nur aufräumen, sondern aufwerten sollen. Emco Brand Manager Dietmar Stephan ist überzeugt, dass die Module vielseitige Eyecatcher sind, die das Bad designorientiert aufwerten und darüber hinaus funktionalen Mehrwert und echten Raumgewinn bieten. Und das, siehe oben, obwohl sie als Unterputzlösung in der Wand verschwinden. Immerhin: Bestimmte Module dieser Ausstattungsserie eignen sich durchaus auch zur Aufbewahrung der Klo-Rolle. Mehr dazu: https:// www.emco-bath.com/de/kunst/ „SoMe“-Kampagne mit der Rolle „SoMe“-Kampagne mit der Rolle Während in der letzten Zeit immer intensiver über das Aus der gemeinen Klo-Rolle diskutiert wird, weil ein Dusch-WC so viel hygienischer und praktischer ist, bricht Bad-Ausstatter Emco Bad aktuell eine Lanze für eben dieses Objekt. Nicht wenige Fachleute sind heute der Meinung, sie, die Klo-Rolle,könne eigentlich weg, weil es hygienischere Lösungen wie das DuschWC gibt. Die Kreativen des Badausstatters aber geben ihr eine durchaus witzige Bühne. Dass sie damit auf die Möglichkeit hinweisen wollen, sie in einem Auststattungsmodul verschwinden zu lassen, erfährt man erst auf dem zweiten Blick . Fotos: Emco Bad Ein so genannter „Fischer Baubot“ hat sich einen Guinness World Records-Titel gesichert. Im 24-StundenDauereinsatz bohrte der Baubot Löcher in Beton in drei Richtungen Wand, Boden, Decke und setzte damit neue Maßstäbe für die Baurobotik. Dabei habe der Roboter durch hohe Präzision, Ausdauer und Praxistauglichkeit überzeugt, so die Guinness-Juroren. Der Lohn: Offizieller Guinness World Records-Titelträger für die meisten Bohrlöcher, die von einem teilautonomen Roboter innerhalb von 24 Stunden gebohrt wurden. Beim zertifizierten Rekordversuch am 10. und 11. September 2025 im firmeneigenen Testzentrum der Fischer-Gruppe in Traiskirchen, Österreich, wurden 3 717 vollständig abgeschlossene Bohrungen erstellt. Jedes Bohrloch entsprach den vorgegebenen Spezifikationen: mindestens 10 mm Durchmesser und 50 mm Tiefe ohne Überlappungspunkte. Bei den Bohrungen demonstrierte der Roboter über die gesamte Dauer von 24 Stunden hinweg mit lediglich kurzen, geplanten Stopps zum Werkzeug- und Bohrer-Wechsel eine zuverlässige Leistung in allen drei Richtungen. Erzielt wurde der Weltrekord unter Einhaltung aller Sicherheits- und Prüfanforderungen und unter Kontrolle durch unabhängige Zeugen sowie einen offiziellen Guinness World Records Schiedsrichter, der das Ergebnis gemäß den offiziellen Richtlinien bestätigte. Weltrekord im Löcher bohren Weltrekord im Löcher bohren Foto: Fischer BAUBOT Im Fokus im Rahmen der Umfrage standen der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, die sinkende Gründungsbereitschaft, der anhaltende Trend zu Teilzeittätigkeit sowie Erfahrungen mit Bauämtern und der wachsende Einfluss von DIN-Normen. Danach nutzen erst 29 Prozent der Architektinnen und Architekten KI-Tools in ihrem Büroalltag, meist auch noch in der Erprobungsphase. Während erste Anwendungen zur Prozessoptimierung eingesetzt werden, spielt KI im kreativen Bereich bislang kaum eine Rolle. Gleichzeitig belasten die durch verpflichtende Cloud- und Abo-Modelle steigenden Softwarekosten die Büros erheblich. Gründungsbereitschaft nimmt ab Finanzielle Unsicherheit, eine vermutete schlechte Work-Life-Balance sowie bürokratische Hürden dämpfen die Lust auf Selbstständigkeit. So würden aktuell 41 Prozent der angestellten Architektinnen und Architekten eine eigene Bürogründung ausschließen. 2015 waren es noch 38 Prozent. Darin sieht Andrea Gebhard, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer, angesichts des hohen Durchschnittsalters und zahlreicher anstehender Büroübergaben eine Gefährdung der Zukunftsfähigkeit kleinerer Büros. Weitere Informationen und alle Ergebnisse zu den Teilgebieten gibt auf der Website der BAK: https://bak. de/kammer-und-beruf/daten-fakten/umfragen-kammermitglieder/berufspolitische-befragung-2025/ KI, Teilzeit und Bürokratie prägen Berufsalltag KI, Teilzeit und Bürokratie prägen Berufsalltag Die Bundesarchitektenkammer (BAK) hat die Ergebnisse ihrer berufspolitischen Befragung 2025 veröffentlicht. Mehr als 15 600 Kammermitglieder (Selbstständige wie Angestellte) haben Auskunft über aktuelle Trends, Herausforderungen und Perspektiven im Berufsalltag gegeben. Weihnachtsmärkte gehören zu den Höhepunkten der Adventszeit. Doch jedes Jahr fallen hier große Mengen Plastikmüll an. Als Verfechter der Kreislaufwirtschaft unterstützt Sanitärhersteller Kaldewei gemeinsam mit dem WWF Deutschland und dem Deutschen Städtetag die Initiative „Müllfreie Veranstaltungen – Mehrweg auf Weihnachtsmärkten“ mit dem Ziel, trotz Genuss weniger Müll zu produzieren. Für das Ahlener Unternehmen, das für langlebige, kreislauffähige Badlösungen aus StahlEmaille steht, ist dieses Engagement eine Fortsetzung der eigenen Nachhaltigkeitsstrategie. Dass Mehrweg auch bei großen Besucherströmen funktioniert, zeigt ein Beispiel aus der Mehrwegallianz, die der WWF mitgegründet hat: Beim „Die Ärzte“-Konzert in Berlin im August 2024 konnten durch die Umstellung auf Mehrweg über 57 000 Einwegprodukte eingespart werden. Auch auf den aktuellen Weihnachtsmärkten sei das Einsparpotenzial hoch: Bei Einsatz von Mehrweggeschirr ließen sich jährlich rund 3 500 Tonnen Abfall und 6 600 Tonnen CO2 vermeiden. Während Getränke vielerorts bereits in Pfandtassen oder -gläsern ausgegeben werden, soll dies nun auch für Speisen umgesetzt werden. Eine Roadmap von WWF, ProjectTogether und Deutschem Städtetag soll künftig als Leitfaden dienen. Mehr Informationen: https://www.wwf.de/zusammenarbeitmit-unternehmen/kaldewei Weihnachtsmärkte ohne Müll und Plastik Weihnachtsmärkte ohne Müll und Plastik ý ý ý ý Täuschung beim Hauskauf Teure Beratung

8 9 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 ProduktundGestaltung ProduktundGestaltung Verwunschenes Domizil im balinesischen Dschungel Denn als er des Arbeitsalltags bei einem Wirtschaftsprüfungsunternehmen überdrüssig wurde, entschloss er sich, mit einem „GoPro“ Action-Camcorder um die Welt zu reisen und jeden Tag ein Video aufzunehmen. Schließlich ließ er sich auf Bali nieder, deren atemberaubende Schönheit der Insellandschaft ihn derart bezauberte und inspirierte, um sich den Lebenstraum vom eigenen Haus zu erfüllen. Den Baugrund, auf dem die Lost Villa steht, verdankte er einer Mischung aus glücklichem Zufall und ausdauernder Beharrlichkeit. „Während der Corona-Pandemie fuhr ich mit dem Motorrad durch die Gegend und fragte die Einheimischen, ob jemand ein Grundstück zu verkaufen hatte“. Verwunschenes Domizil im balinesischen Dschungel Willkommen im Dschungel: Auch wenn der Name etwas anderes signalisiert: Die „Lost Villa“ ist keineswegs ein verlorenes Objekt, sondern ein verträumtes Feriendomizil, mit dem sich der erfolgreiche kanadische Vlogger Christian LeBlanc auf einem Flecken ursprünglicher Dschungelwildnis einen Traum erfüllte. Das Wohnidyll mit sechs Schlafräumen ist Ausdruck seiner Verbundenheit mit der Insel Bali und seiner außergewöhnlichen persönlichen Reise dorthin. D Das Ergebnis seiner Suche war ein nahezu unberührtes Stück Land mit majestätischen Urwaldbäumen, teils über 100 Jahre alt. Dort entstand im Laufe mehrerer Jahre seine „Traum-Villa“, eine Oase der Ruhe mit außergewöhnlichem Design. Zusammen mit dem rumänischen Architekturbüro Singleart Design & Architecture kreierte LeBlanc ein eindrucksvolles Design, das von der Vielfalt und Fülle der balinesischen Landschaft und Handwerkskunst inspiriert ist und alle Sinne anspricht. „Wir haben alles in den Farben Blau und Grün gehalten“, erläutert er, „vom Infinity-Pool über den Koi-Teich aus Vulkangestein und die von Baumkronen umrahmte Baumhaus-Installation bis hin zum Dachgarten voller Bougainvilleen“. LeBlancs Nachbar, ein Fachhandwerker, fertigte die Türen, Balken und Regale von Hand. Das Holz stammt von ausrangierten Booten, Bootsstegen und Brückenteilen. Ausgewählte Liebhaberstücke, darunter handgefertigte Teppiche aus Jakarta, maßgeschneiderte Couchtische von Singleart und Pendelleuchten aus mundgeblasenem Glas, sorgen für eine wohnliche Atmosphäre. Im Bad setzt deutsches Design markante Zeichen unter anderem in Form von Designarmaturen, die er bei einem Besuch der Mailänder Messe Salone del Mobile entdeckte. „Mein erster Gedanke war: ‚Das ist Lost Villa!‘ Die Designs wirkten so natürlich, als würden sie direkt aus der Erde wachsen.“ Seine künstlerische Interpretation spiegelt sich im Ensemble der gewählten Armaturen des Hauses wider. Dort gibt es beispielsweise eine monolithische Steinbadewanne mit dem bodenstehendem „Organic Wannenthermostat“ von Philippe Starck (für Axor), der sich dank seiner sinnlich-organische Form perfekt in die Umgebung des Hauses einfügt. An anderer Stelle befindet sich ein exklusiver Bereich aus smaragdgrünem Marmor, wo der Wasserwirbel der ikonischen Armatur „Axor Starck V“ die Blicke der Gäste auf sich zieht. Für LeBlanc war es wichtig, dass „jeder Raum seine eigene Konzeption und Geschichte hat“. Möglich wurde dies dank der Individualisierungs-Leistungen des Schwarzwälder Armaturen-Herstellers Axor. So erhielten zum Beispiel Serienarmaturen individuelle Trägerplatte aus amerikanischem Nussbaum, wobei ihre Oberfläche in Brushed Bronze zum eleganten italienischen Marmor des Masterbades passten. Im Bad eines anderen Schlafzimmers kombinierte er platinfarbenen persischen Travertin mit einer Waschtischarmatur und einem ArranBlau und Grüntöne, soweit das Auge reicht „Lost Villa“ ist nicht nur ein ganz besonderer Wohlfühlort. Sie verkörpere in besonderer Weise meine Geschichte. Christian LeBlanc Jeder Raum hat seine eigene Konzeption und Geschichte gement aus Kopfbrausen in kontrastierendem Brushed Black Chrome. Die „Lost Villa“, so verrät LeBlanc, sei nicht nur ein ganz besonderer Wohlfühlort. Sie verkörpere in besonderer Weise seine Geschichte. Schließlich habe er den Mut gehabt, Bürojob und Alltagsroutine hinter sich zu lassen, um einen Traum zu verwirklichen, an den damals niemand glaubte. Entstanden sei eine Inspirationsquelle für all jene, denen Gastfreundschaft und Designphilosophie ebenso wichtig sind wie ihm. Mit „Axor Starck V“ hat der Designer Philippe Starck für den Schwarzwälder Armaturenmarke Axor nicht nur eine Armatur, sondern eine Skultur geschaffen, die es auch aus transparentem Glas gibt. Ursprünglich und weitab vom hektischen Weltgeschehen präsentiert sich die „Lost Villa“ schon von Außen. Für die Ausstattung hat LeBlanc exklusive Maßstäbe angelegt. Jeder Raum hat nicht eine eigene Identität, sondern auch über große Fenster Anschluss Dschungel-Feeling, wie das große Wohnzimmer oben rechts. Fotos © Hansgrohe / Axor ý Mehr Informationen und alle Adressen im Register ab Seite 44

10 11 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 ProduktundGestaltung ProduktundGestaltung Biohotel WildLand und der Reiz des Unperfekten Historische Fachwerkbauten, ergänzt durch moderne Wohneinheiten, bilden ein Ensemble, in dem Erholung und kreative Kontemplation zueinanderfinden. Es besteht aus alten Bauernhäusern, die in den 1980er Jahren an ihrem ursprünglichen Standort abgetragen und im 10 000 Quadratmeter großen Naturgarten neu errichtet wurden. Diese architektonische Umsiedelung verleiht der Anlage eine authentische Patina und das Flair eines kleinen Freilichtmuseums. Zwei neu errichtete Bettenhäuser fügen sich mit ihrer reduzierten, ländlichen Anmutung behutsam in das historische Ensemble ein. Der Ort vermittelt das Gefühl, ganz allein in der Natur und „aus der Welt gerückt“ zu sein, und bleibt doch subtil mit der dörflichen Nachbarschaft verbunden. Heide, Fluss, Dorf: Biohotel WildLand und der Reiz des Unperfekten Auf der Suche nach einem der besten Naturhotels Deutschlands ist National Geographic in der südlichen Lüneburger Heide fündig geworden. Inmitten der pittoresken Heidelandschaft, Fluss nah an der Aller und im Kern eines Dorfes gelegen, bietet das Hotel „WildLand“ in der Tat einen besonderen Rückzugsort. H Das traditionelle Materialspektrum aus Fachwerk, Mauerwerk, Eichenholz, schwarzem Metall und Lehm prägt sowohl die Architektur als auch den Innenraum. Es erzeugt eine ruhige, minimalistische Ästhetik, die gleichzeitig sinnlich und urwüchsig wirkt. Die daraus resultierende Stimmung fördert kreative und produktive Prozesse in den Seminarräumen und bietet zugleich eine atmosphärische Bühne für bestimmte Events, unter anderem Selfcare-Retreats Dieser Gestaltungswille setzt sich bis in die Bäder fort. In den Bestandsgebäuden befinden sich 18 Gästezimmer. Zwei Bäder wurden neu gebaut, die übrigen modernisiert und mit erhaltenen weißen Fliesen ausgestattet, ergänzt um Waschtische aus schwarzem Metall und Eichenholz. Die Nostalgie aber hatte ihre Grenzen als es um die technische Ausstattung ging. So wurden die Bäder technisch aufgewertet und unter anderem mit Dusch-WCs ausgestattet. Die neu errichteten Bettenhäuser umfassen insgesamt 26 Zimmer, darunter zwei exklusive Obergeschoss-Zimmer: Mit Kamin, Sauna, Wanne, großzügiger Dusche und einer vollverglasten Giebelseite eröffnen sie einen Panoramablick in die Landschaft. „Diese Räume werden gerne von internationalen Gästen gebucht. Um deren hohen Komfortanspruch gerecht zu werden, wurden bewusst Dusch-WCs installiert, die in vielen Ländern längst Standard sind“, so die Inhaberin des Biohotels, Inga Cramer. „Viele andere Gäste erleben hier erstmals deren Vorzüge in Sachen Hygiene- und Komfortfunktionen, die perfekt zu modernen Healthness- und SelfnessProgrammen passt.“ Auch die Sanitärbereiche im Restaurant und in den Seminarhäusern erhielten im Zuge des Redesigns im Jahr 2020 neue WCs. Der Bio-Anspruch übrigens auch die Wäscheausstattung: Baumwolle, Seide und Leinen muss nicht gemangelt werden und vermittelt zugleich ein sinnliches Hautgefühl. Diese Haltung überzeugt nicht nur die Gäste, sondern findet auch internationale Anerkennung: Im Juli 2024 zeichnete National Geographic das WildLand für sein durchdachtes Nachhaltigkeitskonzept, die naturnahe Lage und die kompromisslose Bioqualität von Küche und Ausstattung als eines der besten Naturhotels Deutschlands aus. Das WildLand verbindet historische Authentizität mit modernen Ansprüchen. In der Stille der Heide entstand ein Ort der Reflexion. Spuren des Unperfekten wurden bewusst inszeniert, ohne moderne Technik, insbesondere auch in den Sanitärbereichen zu ignorieren. „Das WildLand ist für uns ein Refugium, das zeigt, wie Architektur, Atmosphäre und Nachhaltigkeit harmonisch zusammenwirken können – als Kulisse für Rückzug, Begegnung und Inspiration“, fasst Inga Cramer zusammen. Traditionelle Materialien für Wohlfühl-Atmosphäre Oben links: Die Panoramazimmer in den neuen Bettenhäusern öffnen sich mit ihrer vollständig verglasten Giebelseite zur Landschaft. Oben rechts: Das WildLand ist ein Refugium, in dem historische Authentizität, urwüchsige Natur und Nachhaltigkeit ein stimmiges Ganzes ergeben. Deshalb kann man auch unter historischen Balken nächtigen. Die Badezimmer im Bestand kombinieren klassische weiße Fliesen, schlichte Sanitärkeramik mit Eichenholz und schwarzem Metall. Klare Linien und durchdachte Stauraumlösungen für Föhn und Accessoires verbinden zeitlose Gestaltung mit praktischer Alltagstauglichkeit. Linke Seite: Die historischen Fachwerkbauten des WildLand Biohotels, die im Naturgarten versetzt und neu errichtet wurden, bilden das Herz des Ensembles. Projekt: Biohotel WildLand Bauherr: WildLand Immobilien GmbH Standort: Wietze-Hornbostel Architektur: Ing.-büro Steffen Schöne Baddesign: bad + raumKonzepte Bauzeit: Bestand Redesign 2020/2021, Neubauten 2024 bis 2025 Fertigstellung: März 2025 Energiestandard: EH 55 Sanitärausstattung (DuschWCs): Toto Internationale Gäste genießen „Hyggeligkeit“ und Hightech Harmonie zwischen Patina und moderner Technik Info Fotos: Lüneburger Heide GmbH ý Mehr Informationen und alle Adressen im Register ab Seite 44

12 13 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 ProduktundGestaltung ProduktundGestaltung Italienische Seele in einem karibischen Ambiente Es ist eine Hommage an die beliebte italienische Nonna und an die Wärme von Häusern mit Geschichte, Erinnerungsstücken und Zuneigung. Das Projekt fällt auf durch seinen theatralischen Charakter, seine sinnliche Vielfalt und seine kühne, zeitgenössische Neuinterpretation traditioneller Kultur. Die Innenarchitektur des Caruso zelebriert sowohl karibische Wurzeln als auch italienisches Erbe und schafft so eine hybride, ungezwungene und menschliche Formensprache. Es ist ein Ort, an dem man nicht nur isst, sondern fühlt, sich erinnert und berührt wird. Auf wenigen Quadratmetern entfaltet das Restaurant eine überschwängliche und einladende Atmosphäre. Italienische Seele in einem karibischen Ambiente Mitten in der Karibik ist ein Ort entstanden, der seine Gäste direkt in die Seele eines italienischen Zuhauses entführt. Das Restaurant „Caruso“ in Santo Domingo (Dominikanische Republik), entworfen vom Architekturbüro Arquimilio unter der Leitung von Ramón Emilio Jiménez Vicens, verströmt Lebensfreude, Gemütlichkeit und eine tief berührende Atmosphäre. E Jeder Winkel wurde mit viel Liebe zum Detail gestaltet: Wände mit Keramik verkleidet, farbenfrohe Holzregale gefüllt mit italienischen Köstlichkeiten und nostalgische Dekorationselemente. Kronleuchter wurden als umgedrehte Pflanzgefäße mit Zitronenbäumen neu interpretiert und verleihen dem Raum eine frische und originelle Note. An der Bar fällt eine beeindruckende Installation auf: Eine Lampe aus Keramiktomaten, die in unterschiedlichen Höhen hängen und eine visuelle Kaskade erzeugen. Das Design schafft eine Balance zwischen Tradition und Moderne und bietet so ein immersives Sinneserlebnis. Lebhafte Farben, handgemalte Wandbilder mit klassischen italienischen Motiven und eine Fülle an Dekorationselementen verleihen dem Raum Persönlichkeit und Wärme. Caruso ist mehr als ein Restaurant, es ist eine Geschichte, erzählt durch Design, eine gemeinsame Erinnerung, eingefangen in jedem Gericht, in jedem Detail. Für die Ausstrahlung des Lokals spielen keramische Fliesen (Kollektion „Souk“ von Ape Grupo) eine ruhige und zugleich prägende Rolle. Die Verkleidung der gesamten Innenwände mit diesem Material trägt dazu bei, eine nahtlose, einladende Atmosphäre zu schaffen, in der die Grenzen zwischen Küche und Essbereich, zwischen Technik und Sinnlichkeit verschwimmen. Die Keramik ist dabei weit mehr als nur ein dekoratives Element; sie wirkt wie eine Hülle, die den gesamten Raum umhüllt und die Grenze zwischen Funktion und Emotion verwischt. „Wir haben kleinformatige Keramikfliesen mit Farbvariationen und leichten Unregelmäßigkeiten verwendet, die einen handgefertigten Eindruck erwecken“, erklärt Ramón Emilio Jiménez Vicens. „Dieses Material hilft uns, die Nostalgie der Küche der Nonna einzufangen, ein Ort, an dem Familiensinn und die Liebe, ausgedrückt durch Essen, im Mittelpunkt stehen.“ Für den Architekten ist Design nicht nur visuell, sondern auch sinnlich: „Wir glauben fest an Kontraste und daran, dass sinnliche Erfahrung auch taktil ist. Keramik gehört zu den vielseitigsten und poetischsten Materialien, die wir in unseren Projekten einsetzen.“ Trotz seiner lebendigen und detailreichen Ästhetik wirkt Caruso nicht erdrückend. Alles hat seinen Sinn im Gesamtbild, jedes Element trägt zur emotionalen Atmosphäre des Restaurants bei. „Caruso ist maximalistisch, aber jedes Element ist mit einer Geschichte verbunden. Wir wollten, dass sich jeder in eine andere Ecke verliebt und den Raum als sein Zuhause empfindet“, sagt Ramón Emilio. Fotos: Harold Lambertus Das vom dominikanischen Architekten Ramón Emilio Jiménez Vicens gegründete Architekturbüro Arquimilio hat sich als eines der führenden Kreativstudios in der Dominikanischen Republik etabliert. Mit dem Fokus auf Materialität, Kontrast und räumlicher Erzählung steht das Büro für emotionale Architektur, in der jedes Projekt eine eigene Identität und unverwechselbare Atmosphäre besitzt. Seine Arbeit zeichnet sich durch den ausdrucksstarken Einsatz von Texturen, die Neuinterpretation traditioneller Elemente und einen szenografischen Ansatz im Interior Design aus. Getreu ihrem Motto „Jeder Raum muss eine Seele haben“ soll jedes Projekt als Chance, eine Geschichte zu erzählen, die die Sinne anspricht und das kollektive Gedächtnis berührt. „Caruso“ ist von der italienischen Großmutter inspiriert und vereint traditionellen Charme mit modernen Akzenten. Es zeichnet sich durch seine einladende Atmosphäre, detaillierte Dekoration und einzigartige Elemente wie Limonenbäume als Kerzenhalter und Tomatenlampen aus, die eine unvergessliche Umgebung schaffen und die Besucher in die Wärme wie Zuhause entführen. Die Dekoration ist so vielfältig, dass man fast den Blick auf die bestellte Pizza vergisst. Die Keramik hilft uns, die Nostalgie der Küche der Nonna einzufangen, ein Ort, an dem Familiensinn und die Liebe, ausgedrückt durch Essen, im Mittelpunkt stehen. Ramón Emilio Jiménez Vicens, Architekt Info ý Mehr Informationen und alle Adressen im Register ab Seite 44

14 15 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 ProduktundGestaltung ProduktundGestaltung Ein Restaurantbesuch als sinnliches Erlebnis In diesem Ambiente werden keramische Fliesen zu einem zentralen Element des Projekts und verleihen jedem Raum durch zwei Kollektionen, die Funktionalität, Schönheit und symbolische Tiefe vereinen, eine eigene Identität: „Icon“, entworfen vom Summumstudio und „Cashba“, inspiriert von arabischer und mediterraner Architektur. „Narbon“ würdigt mit seinen original erhaltenen Ziegelgewölben die Erinnerung an den Ursprung des Gebäudes und verwandelt ihn durch eine warme Farbpalette, Naturholz, organische Möbel und geschwungene Formen in ein modernes Ambiente. Das Layout bietet abwechselnd vielseitige Bereiche für Cocktails, Veranstaltungen oder intime Abendessen in einer Atmosphäre, die Raffinesse ohne Steifheit vermittelt. Im „Narbon“ geht Keramik über ihre traditionelle Rolle als Wandverkleidung hinaus und wird zu einem architektonischen Werkzeug: Ein Restaurantbesuch als sinnliches Erlebnis Im Herzen Bratislavas, umgeben von der dynamischen Altstadt, präsentiert sich das Restaurant „Narbon“ als Ort, an dem Architektur, mediterrane Tradition und Keramikdesign zusammenkommen. Das vom Studio Čakov & Partners konzipierte Restaurant besticht nicht nur durch seine gesunde, mediterran geprägte Küche, sondern auch durch ein eindrucksvolles Interieur, das authentische Materialien, natürliches Licht und haptische Texturen in den Vordergrund stellt. I Sie strukturieren und definieren den Raum, fungieren als visuelle Filter und erzeugen Textur, Volumen und sogar Licht. Dieses Restaurant ist ein Fest der Sinneserfahrung, der neu interpretierten mediterranen Erinnerung und des emotionalen Designs. Die Keramik wird hier zu einer sinn- und wertstiftenden Erzählung, einem Narrativ, das Fakten mit Bedeutungen und Emotionen verbindet. Der Paravent „Icon“ in Terrakotta-Tönen ist ein dreidimensionales Element, das als moderner Sonnenschutz konzipiert ist. Seine leichte, perforierte Geometrie ermöglicht die Gestaltung von Paneelen, die Licht filtern und Übergangsbereiche schaffen. Entworfen von dem Designstudio Summumstudio aus Madrid schafft „Icon“ eine Balance zwischen Innovation und Tradition: Es erinnert an die handwerkliche Haptik von gebranntem Ton und integriert gleichzeitig fortschrittliche Keramiktechnologie. In dem Ambiente des Restaurants steht dieses Element im Mittelpunkt einer Speisesaalwand, erzeugt ein Spiel aus Licht und Schatten und sorgt für optische Wärme. In den Sanitärräumen wird die Fliesen-Kollektion „Cashba“ als Trennelement eingesetzt, das sowohl ästhetisch als auch funktional einen doppelten Zweck erfüllt: Trennen ohne zu isolieren, filtern ohne zu verbergen. Die Fähigkeit, eine ruhige Atmosphäre zu schaffen, ist ideal für Projekte mit nachhaltigem Charakter. In den Toilettenräumen präsentiert sich diese Verkleidung in einer intimeren, aber ebenso kraftvollen Sprache. Inspiriert von arabischen Festungen („Alcazabas“) und den leuchtenden Farben des postmodernen Apartmentkomplexes „La Muralla Roja“ („Roten Mauer“), der zu den bedeutendsten Werken des katalanischen Architekten Ricardo Bofill zählt, kombiniert diese Kollektion flache und reliefierte Fliesen zu beeindruckenden Oberflächen. Die dreidimensionale Version mit subtilen kubischen Formen und matter Oberfläche verwandelt vertikale Flächen in einen sanften Schattenteppich. Der rötliche Terrakotta-Ton fügt sich nahtlos in die Gesamtästhetik des Restaurants ein und verstärkt die visuelle und chromatische Kontinuität zwischen öffentlichen und privaten Bereichen. Keramik definiert den Raum und wird zum sinnstiftenden Material Entwurf: Čakov & Partners Keramische Fliesen: WOW Design, Kollektion „Icon“, „Cashba“ Baujahr: 2024 Fotos: Tomáš Manina Die Keramik wird hier zu einer sinn- und wertstiftenden Erzählung, einem Narrativ, das Fakten mit Bedeutungen und Emotionen verbindet. Die dreidimensionales Elemente sind als moderner Sonnenschutz konzipiert, sorgen aber auch für transparente Abgrenzungen. Die Schwere des alten Gemäuers ist nicht nur durch den Einsatz von Farben, sondern auch dank unkonventioneller Einrichtung einer modernen Leichtigkeit gewichen. Inspiration zu der Gestaltung waren die arabischen Festungen („Alcazabas“) und dieleuchtenden Farben des katalanischen Architekten Ricardo Bofill. ý Mehr Informationen und alle Adressen im Register ab Seite 44

16 17 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 PraxisundProjekte PraxisundProjekte So hatte sie bei der Gestaltung der Räumlichkeiten in ihrem eigenen Neubau nichts dem Zufall überlassen: angefangen bei der Raumaufteilung bis hin zum Farbkonzept, das alle Räume und auch das Badezimmer einbezieht. Geplant und eingerichtet von der erfahrenen Innenarchitektin vereint dieser Bungalow alle Erkenntnisse ihrer Berufserfahrung unter einem Dach. Hier setzte sie ihre gestalterischen Grundsätze wie das Streben nach Symmetrie und das Schaffen von „Räumen in Räumen“ bis ins Detail um. Das Ergebnis: eine offene, moderne Wohnlandschaft, in der sich strenge Geometrie mit natürlichen Materialien und warmen Farben zu einem harmonischen Ganzen verbindet. Geordnete Wohnwelt mit professionellem Anspruch Geordnete Wohnwelt mit professionellemAnspruch Wenn eine Bauherrin selbst Innenarchitektin ist, gelten in der Regel besondere Maßstäbe. Kundenwünsche, die mit architektonischen Ideen in Einklang gebracht werden sollen, sind dann kein Thema. Bestes Beispiel dafür ist ein neu gebauter Bungalow in Hannover. Hier konnte sich Innenarchitektin Franziska Kanani frei entfalten und damit nicht nur eigene Ideen umsetzen, sondern auch ein Anschauungsbeispiel für ihre potentielle Kundschaft schaffen.S Design und Nachhaltigkeit vereinen, ohne die Natur aus den Augen zu verlieren. Die umgebende Natur und die nahe gelegene Waldlandschaft stellten eine weitere Inspirationsquelle dar. Durch nachhaltige Bauweise, Photovoltaikanlage und Gründach integriert sich das Gebäude ökologisch in seine Umgebung. Auch optisch wird eine Brücke zwischen drinnen und draußen geschlagen. Zum Beispiel im Bad, wo die Fassadenklinker wiederkehren und wo Dusche und Badewanne auf einer Achse angeordnet sind, die den Blick gezielt ins Grüne lenkt. Das gilt nicht nur für das große Ganze. Gerade die Details machen das Besondere ihres Entwurfs aus. So wählte die (eigene) Bauherrin unter anderem für die Entwässerung der bodengleichen Dusche im Badezimmer eine Duschrinne in Messing matt zur Entwässerung der bodengleichen Dusche. Dabei war nicht nur die exklusive Farbe der Protagonist, denn, so Franziska Kanani, die Duschrinne „Cerafloor Individual“ (von Dallmer) in Messing war für sie nicht nur eine technische Lösung, sondern ein bewusstes Gestaltungselement. Der warme, elegante Farbton greift die Armaturen und Akzente im Bad auf und fügt sich so nahtlos in das hochwertige Gesamtbild ein. Die Harmonie von Duschrinne und Armaturen ist nicht die einzige Besonderheit des Duschplatzes. Das Prinzip „Räume in Räumen“ rückt ihn buchstäblich in den Mittelpunkt: nämlich als einen von drei separaten Bereichen im Bad zwischen Infrarotlichtkabine und WC, wobei sich Letztgenannte exakt spiegeln. Jeder Millimeter wurde bewusst gestaltet. Dazu arbeitete die Innenarchitektin mit Achsen, Fluchten und Zonierungen. So befinden sich sowohl Duschplatz und Badewanne als auch Spiegelschrank und Waschtisch auf je einer Achse und das Fliesenraster des Badezimmerbodens leitet sich aus der Breite der Waschtisch-Schubfächer ab. So entstand eine geordnete Raumwirkung, die selbst dann unterbewusst wahrgenommen wird, wenn die zugrunde liegende Geometrie nicht sofort erfasst wird. Diese Kombination aus Geradlinigkeit und Natürlichkeit führt zu der perfekten Mischung aus Minimalismus und Wohnlichkeit für ein Zuhause zum Wohlfühlen. Besonders im Badbereich war es wichtig, neben Funktionalität auch ein starkes Designstatement zu setzen. Franziska Kanani, Innenarchitektin Natürlich symmetrisch: eine wohltuend geordnete Wohnwelt Eine wohl geordnete Wohnwelt bestimmt auch den Spa-Bereich. So befinden sich sowohl Duschplatz und Badewanne als auch Spiegelschrank und Waschtisch auf je einer Achse. In der Dusche sorgt die feine Linie der Duschrinne (CeraFloor Individual) in Messing für ein Designstatement (rechts) Die Südseite des Hauses ist nahezu vollständig aus Glas, was den Raum mit natürlichem Licht durchflutet und den Blick auf den angrenzenden Wald freigibt. Fotos: Christina Haase ý Mehr Informationen und alle Adressen im Register ab Seite 44

18 19 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 PraxisundProjekte PraxisundProjekte Enge Gassen, altertümliche Handwerksläden, eine Jahrhunderte alte Backsteinbrücke: Das ehemalige Festungsdorf Valeggio sul Mincio versprüht den Zauber eines Orts, der sich durch die Zeiten hinweg kaum verändert zu haben scheint. Wer in das bestehende Gefüge der uralten Häuser eingreifen möchte, sieht sich deshalb mit großen Herausforderungen konfrontiert, wie Massimiliano Gamba weiß. „Unser Projekt pendelte von Beginn an zwischen poetischer Vision und konkreter technischer Machbarkeit“, so der Architekt. Das Wohnhaus, mit dessen Umgestaltung er betraut war, ist Teil eines denkmalgeschützten, geschichtsträchtigen Anwesens. Direkt dahinter ragen die Türme des prächtigen Castello Scaligero auf, einer Burganlage aus dem 13. Jahrhundert. Eingriffe in das bestehende Gebäude sollten daher minimal bleiben, das histoVom mittelalterlichen Idyll zum mediterranem Wohnhaus Vom mittelalterlichen Idyll zum mediterranem Wohnhaus Die Identität des geschichtsträchtiges Anwesen wahren Es gilt als Perle südlich des Gardasees: Das pittoreske Dorf Valeggio sul Mincio (Verona) liegt am Ufer des Flusses Mincio, eingebettet in eine liebliche Hügellandschaft. Hier hat Architekt Massimiliano Gamba ein denkmalgeschütztes Wohnhaus behutsam zwischen poetischer Vision und konkreter technischer Machbarkeitsaniert und neu gestaltet. E rische Erbe und die lokale Bautradition unbedingt gewahrt werden. Vorgenommen wurden eine Reihe von Renovierungs- und Sanierungsarbeiten, wobei vor allem das Interieur und der üppige Garten im Vordergrund standen. In Sachen Materialauswahl gingen Gamba und sein Team so authentisch wie möglich vor. Im Inneren vereinen sich moderne und traditionelle mediterrane Wohnästhetik: Dunkle und helle Holzelemente wechseln einander ab, werden ergänzt von schwarzem Marmor und einem markanten Fliesenboden, der die gesamte Farbpalette abbildet. Die Wohnküche folgt demselben Gestaltungsprinzip. Sie ist zu den Fenstern hin mit glatt verputzten Wänden schlicht und klar gehalten. Auf der anderen Seite wurde der Wandbereich mit Holz verkleidet, was dem Raum eine unerwartete Dynamik verleiht. Da darf auch die Armatur kein Spielverderber sein. Sie fügt sich dezent ein: Ihr dunkler Farbton („Tara“ in Dark Platinum gebürstet) ist Teil eines ästhetischen Ensembles, in dem Leuchten, Möbel, Arbeitsflächen und sogar Fensterrahmen exakt aufeinander abgestimmt sind. Im Poolhaus dagegen, wo es eine weitere Küche gibt, bildet dieser Armaturenklassiker auf der Kücheninsel einen deutlichen Gegensatz zum Holzfurnier und den cremefarbenen Wänden. Konsequenterweise setzt sich das raffinierte Wechselspiel von Hell und Dunkel auch in den Bädern fort. Das Hauptbad erstrahlt nahezu vollkommen in Weiß, von den Vorhängen über die Schalenbecken am Waschtisch bis hin zu den nur hauchzart gemaserten Marmorfliesen. Auch hier gehören dunkle Armaturen am Waschbecken und in der Dusche zu den Protagonisten („Meta“) und sorgen für einen klaren Kontrast und erden damit das luftig leichte Ambiente. Im kleinen Gästebad erzeugt diese Armatur einen ähnlichen Effekt. Am Ende des kreativen Prozesses zeigt sich Massimiliano Gamba stolz auf das Ergebnis und die Menschen, die bei der Umsetzung involviert waren: „Ich stelle mir gerne vor, dass sich all die Leidenschaft, die in das Projekt geflossen ist, als bloße Schönheit äußert. Diskrete, zeitlose Schönheit, die sich flüchtigen Trends gegenüber gleichgültig zeigt“. Und er zitiert gerne Mies van der Rohe, der einmal gelehrt hat, dass etwas nicht dann beendet ist, wenn es nichts mehr hinzuzufügen gibt, sondern wenn nichts mehr weggenommen werden kann. In diesem Sinne habe Massimiliano Gamba auch dieses Wohnhaus gestaltet. Luftig und klares Ambiente in den Bädern Auch die Außenanlagen wurden einem stilvollen Upgrade unterzogen ý Mehr Informationen und alle Adressen im Register ab Seite 44

20 21 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 steinkeramiksanitaer.de IV. Quartal 2025 PraxisundProjekte PraxisundProjekte Dank gezielt eingesetzter Materialien, insbesondere für eine charaktervolle Klinkerfassade, und einer reduzierten, tektonisch klaren Volumensprache fügt sich das Gebäude selbstbewusst in das gewachsene Wohnumfeld ein, ohne sich anzubiedern. Entstanden ist ein Haus, das technische Intelligenz, räumliche Klarheit und die Anforderungen unterschiedlicher Lebensphasen in sich vereint. Die Fassadenarchitektur des in Massivbauweise errichteten Einfamilienhauses basiert auf einer materialgerechten Ausführung, handwerklicher Qualität und funktionaler Integration. Herzstück der äußeren Gestaltung ist ein so genannter Ringofenklinker im Dünnformat (STP GR 301 von Gillrath), der im traditionellen, über 100 Jahre alten Ringofen bei rund 1 200 °C gebrannt wird, einem der letzten aktiven Öfen dieser Art in Deutschland. Die spezielle Brennführung erzeugt eine charakteristische Farbnuancierung und verleiht dem Stein eine strukturierte Oberfläche mit hoher taktiler Präsenz. In wilder Verbandverlegung mit anthrazitfarbener Fuge verarbeitet, bildet der rotbraune Klinker eine robuste und zugleich visuell differenzierte Gebäudehülle. Seine hohe Dichte, Frostbeständigkeit und Witterungsresistenz machen ihn dauerhaft wartungsfrei. Als besonderer gestalterischer Akzent wurde der Eingangsbereich mit einer gerundeten Klinkerführung ausgebildet. Eine Klinker-Kubus: Vom Ringofen zum Smart Home Klinker-Kubus: Vom Ringofen zum Smart Home Präzise Volumetrie und systemintegrierte Gebäudetechnik in einem monolithischen Baukörper sind die Markenzeichen eines Einfamilienhauses, dass das Architekturbüro Ledwig/Spinnen Architekten in Mönchengladbach realisiert hat. D Fassadenarchitektur: Materialität und konstruktive Schärfe massive Eichenholz-Eingangstür greift den Anspruch an Materialauthentizität im Detail auf und bildet einen gezielten Kontrast zur mineralischen Fassadenstruktur. Ergänzt wird die hinterlüftete Klinkerfassade auf AluminiumUnterkonstruktion durch Aluminiumverbundplatten (Planbond Invisio) an Attika und Fensterlaibungen. Die Platten sind verdeckt befestigt und setzen sich bewusst von gängigen Lösungen ab, um eine visuell ruhige, fugenlose Oberfläche zu gewährleisten. Die besondere Gebäudekontur mit auskragendem Obergeschoss und weit ausladender Erdgeschossdecke, die zugleich die Terrasse überdacht, erforderte anspruchsvolle statische Lösungen. Die Konstruktion basiert auf einer Tragstruktur mit gezielt dimensionierten Unterzügen und Konsolen, die die visuelle Leichtigkeit der Form erst ermöglichen. Gleichzeitig erlaubt die horizontale Gliederung eine gestalterisch präzise Zonierung von Innen- und Außenraum. Energetisch ist das Haus als „Effizienzhaus 55“ konzipiert, um weitgehend autarke Versorgung zu ermöglichen. Zum Einsatz kam eine Geothermie Anlage mit Tiefenbohrung und integrierter Wärmepumpe, ergänzt durch eine zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Eine PV-Anlage auf dem Dach mit Batteriespeicher deckt den Großteil des Strombedarfs. Das integrierte System erlaubt im Sommer eine passive Kühlung über die Fußbodenheizung, basierend auf reversibler Hydraulik und automatisierter Regelung, was den Wohnkomfort steigert und den Energiebedarf minimiert. Das Beleuchtungskonzept orientiert sich an den Sichtachsen und Raumbeziehungen, um Atmosphäre zu schaffen und funktionale Anforderungen zu erfüllen. Die gesamte Lichtsteuerung ist vollständig in die KNX-Gebäudeautomation integriert, die eine individuelle Geothermie, Photovoltaik und passive Kühlung Lichtführung und Steuerung: Atmosphäre und Funktionalität Für einen besonderen Reiz der Fassadengestaltung sorgt der Kontrast zwischen den rustikalen Ringofenklinkern, den gradlinigen Aluminiumverbundplatten und der großflächigen Glaselementen. Das Interior-Design ist bewusst puristisch gehalten, ein gutes Beispiel dafür ist die markante Treppe, die in den Himmel zu führen scheint. Fotos/Zeichnungen: Ledwig/Spinnen Architekten ý Mehr Informationen und alle Adressen im Register ab Seite 44

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