Frischer Wind in der Meissener Fliesen-Szene

9.1.2018
Der Fliesenhersteller Meissen Keramik GmbH, nicht zu verwechseln mit der Porzellanmanufaktur Meissen (Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH), gehörte zu DDR-Zeiten neben dem Fliesenwerk in Boizenburg zu den Vorzeigeunternehmen des Ost-Regimes. Nach der Wende ereilte das 1863 von einem Carl Teichert gegründete Unternehmen ein recht wechselhaftes Schicksal mit mehr Tiefen als Höhen. Dazu gehörte 1999 auch die Übernahme durch Deutsche Steinzeug (DSCB), was allerdings nur gut zehn Jahre währte. Seit 2010 gehört Meissen Keramik zum polnischen Keramik- und Fliesenproduzenten Cersanit des Unternehmers und Großinvestors Michal Solowow, der angeblich zu den reichsten Polen gerechnet wird.

Seither galt der Meissener Fliesenhersteller, dessen Vertriebsgesellschaft abseits der Produktionsbetriebs im rheinischen Langenfeld ansässig ist, eher zu den „Enfants terrible“ der deutschen Fliesenszene, das mehr mit Preisdumping in der Baumarkt-Szene denn mit kreativen Produkt-Ideen von sich reden machte. Zudem hatte man frühzeitig die Zusammenarbeit mit den deutschen Fliesenherstellern im Bundesverband Keramische Fliesen (BKF) aufgegeben.

Das soll jetzt anders werden. Wie es in einer aktuellen Firmenmeldung heißt, gestalte Meissen Keramik ab sofort ihren Vertrieb, den Markenauftritt und auch das Produktangebot neu. Kern der neuen Struktur ist eine neue Vertriebsleitung. Danach besteht sie jetzt aus den drei Experten Hakan Inaltekin (36), Frank Schulte (49) und Felix Neumann (38), die dem Fliesenhersteller mit ihrer langjährigen Branchenerfahrung eine gute Position im Fachmarkt sichern sollen. Neben einem überarbeiteten Logo sollen zudem auch neue, innovative Formate im Produktsortiment eingeführt werden.

Tradition trifft Moderne: Das neue Logo von Meissen Keramik zeigt mit dem abstrahierten „M“ die Verbindung zur Heimat.

Mittels einer Angebotserweiterung sollen die Bereiche Architektur, Fachhandel und Do-It-Yourself gezielt bedient werden, wozu unter anderem drei neue Wandfliesen-Formate beitragen sollen, die ab 2018 im Meißener Werk hergestellt werden. Auch Bodenfliesenserien in besonders großen Formaten von bis zu 1,50 Meter sollen dann das Portfolio erweitern.

Tradition und Innovation gehen Hand in Hand – zumindest bei Meissen Keramik, einem der ältesten Fliesenhersteller Deutschlands. Denn dass Tradition nicht gleichbedeutend mit Stillstand ist, beweist die umfangreiche Neuausrichtung des Unternehmens: 2016 begann eine Umstrukturierungsphase, die nun mit einer dreiköpfigen Vertriebsleitung ihren erfolgreichen Abschluss findet. Hakan Inaltekin (36), Frank Schulte (49) und Felix Neumann (38) zeichnen ab sofort für den nationalen und internationalen Handel verantwortlich. „Unser Kunde steht bei allen Maßnahmen des operativen Geschäftes immer als strategischer Partner im Mittelpunkt“, erklärt Prokurist Hakan Inaltekin, zuständig für die Geschäftsbereichsleitung Vertrieb & Marketing. Aktuell meldet das Unternehmen einen Umsatz von ca. 85 Mio. Euro.

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