NRW soll barrierefrei bauen

21.12.2017
Die schwarz-gelbe Landesregierung in NRW plant eine neue Landesbauordnung. Sie soll Anfang 2019 in Kraft treten und unter anderen vorschreiben, dass alle neuen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern barrierefrei gebaut werden müssen. Wie die Düsseldorfer Tageszeitung „Rheinische Post“ erfahren haben will, sei dies jetzt beschlossene Sache. Damit soll die so genannte „Rollstuhl-Quote“ der rot-grünen Vorgängerregierung definitiv abgelöst werden. Sie hatte vorgeschrieben, dass bei einem Bauvorhaben mit mehr als acht Wohnungen mindestens eine Wohnung rollstuhlgerecht gebaut werden muss und sollte ursprünglich am 1. Januar 2018 eingeführt werden. Bereits Anfang November 2017 hatte NRW-Bauministerin Ina Schnarrenbach (CDU) angekündigt, dass dieses Vorhaben bis zur Verabschiedung der neuen Landesbauordnung ausgesetzt werden soll.
In der Praxis führte das im Neubau-Geschäft meist zu erheblichen, nach Ansicht der schwarz-gelben NRW-Koalition „unnötigen“ Mehrkosten, was Schnarrenbach mit der neuen Bestimmung abschaffen will, um dank der damit verbundenen Kostendämpfung dem Mehrfamilien-Wohnungsbau neue Impulse zu geben. Statt der festen Rollstuhl-Quote setzt Bauministerin Scharrenbach vielmehr auf neue Vorschriften für barrierefreies Wohnen. Diese seien etwas weniger streng, dafür sollen sie künftig für alle Wohnungsneubauten gelten und nicht wie bisher nur für staatlich geförderte Bauprojekte.
Laut Information der Zeitung bedeute „barrierefrei“ im Sinne der neuen Verordnung unter anderem entsprechend große Bewegungsflächen oder der Verzicht auf Absätze und Bodenschwellen etwa durch den Einbau von Rampen. Das würde nicht nur Rollstuhlfahrern, sondern auch älteren Menschen und Familien mit Kindern („Kinderwagen gerecht“) nützen. Rollstuhl gerechte Neubauten sollen nach Abschaffung der „Rollstuhl-Quote“ nach Willen der Landesregierung mit Sonderdarlehen gefördert werden. Während der Schnarrenbach-Entwurf den Beifall der Vertreter der Wohnungswirtschaft als Beitrag zur Baukostensenkung findet, sieht die SPD darin erhebliche Nachteile für Menschen mit Behinderung. Bereits Mitte September bei Bekanntwerden des entsprechenden Regierungsvorhabens hatte die „Kooperation Behinderter im Internet e.V.“ (kobinet) Proteste angemeldet, weil eine Streichung dieser Quote „alle Bemühungen um eine zukunftsfähige Politik für Inklusion und Barrierefreiheit erheblich schwächen“ würde.

Weitere Schlagzeilen

*(10.10.2018) Mehr Umsatz dank höherer Preise
*(14.9.2018) Baukindergeld geht an den Start
*(16.8.2018) Mehrfamilienhausbau stützt Wohnungsbau
*(8.8.2018) Wieder Zuschüsse zur Barrierereduzierung
*(26.7.2018) Mehr Wohnungen mit mehr Fläche
*(23.7.2018) Neue Auflage des „Tile of Spain Awards“
*(18.7.2018) Landtag beschließt neue Landesbauordnung
*(24.5.2018) „Bauüberhang“ wächst weiter
* (9.4.2018) Höhere Preise und mehr Umsatz am Bau
* (16.3.2018) Genehmigungs-Boom gebremst
* Spanische Fliesen punkten im Export
* Frischer Wind in der Meissener Fliesen-Szene
* NRW soll barrierefrei bauen
* Mehr Investitionen im Baugewerbe
* Ausbaugewerbe weiter im Konjunkturhoch
* Weiter Antidumping-Zölle auf China-Importe
* Wohnungs-Genehmigungswelle ebbt ab
*
Neue Heimat für die So pro Bauchemie
*
Fliesenverband wählt neuen Vorsitzenden
* Stühle rücken in Keramik- und Sanitär-Vorständen
* Nachlassendes Interesse am Wohnungsbau?
* „Düsseldorfer Erklärung“ zum Thema BIM
* Duschverbot für die Badewanne
* 41,7 Millionen Wohnungen sind nicht genug
* Günstigere Versicherung für Massivhäuser
* Erneuerbare Energien als Heizquelle
* Mehr Baugenehmigungen als Fertigstellungen
* Mehrfamilienhäuser im Fokus
* Baugenehmigungen nach Plus jetzt gebremst
* Bauen wurde teurer
* Wohnungsgenehmigungen weiter stark im Plus
* Trend zu höheren Zinsen
* Bis 2018 mehr Bauvolumen
* Baugewerbe investiert in Sachanlagen
* Personenaufzug nur mit Zustimmung aller
* Schomburg gründet Stiftung
* Die Zukunft an der Küchenspüle
* Baugenehmigungen wie vor 16 Jahren
* Teure Armaturen vom Fachhandel
* Mehr Wohngebäude heizen mit erneuerbaren Energien

Kontakt | Impressum | Datenschutz