Wohnungs-Genehmigungswelle ebbt ab

24.11.2017
Nach monatelangen Höhenflügen scheint sich das Genehmigungsvolumen für deutsche Wohngebäude mittlerweile wieder dem Normalmaß anzunähern. Das lassen zumindest die vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen vermuten. Danach wurden von Januar bis September 2017 in Deutschland 7,0 Prozent oder 19 500 weniger Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt als in den ersten neun Monaten 2016. Ausschlaggebend für diesen Rückgang waren allerdings Wohnheime, wozu für die Statistiker unter anderem auch Flüchtlingsunterkünfte zählen. Analog zum Rückgang der Zahl der Flüchtlinge in den letzten Monaten ist auch die Nachfrage nach Genehmigungen in diesem Segment von Januar bis September 2017 um 40,9 Prozent (entsprechend 7 500 Wohnungen) zurückgegangen. Gebremst wurden die Genehmigungszahlen aber auch von Um- und Ausbaumaßnahmen an bestehenden Gebäuden. Hier wurden in den ersten sieben Monaten dieses Jahres 8 100 weniger Wohnungen (‑40,9 Prozent) genehmigt als im Vergleichszeitraum 2016. Weiter im Negativtrend sind Wohnungen in Einfamilienhäusern (‑5,7 Prozent) und Zweifamilienhäusern (‑0,6 Prozent). Weitgehend ungebrochen scheint danach die Nachfrage nach Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. Hier zählten die Wiesbadener Statistiker 1 200 mehr genehmigte Wohnungen (+0,9 Prozent). Damit habe die Anzahl genehmigter Wohnungen in Mehrfamilienhäusern mit 125 000 Wohnungen den höchsten Wert von Januar bis September seit zwanzig Jahren erreichte (im vergleichbaren Zeitraum 1997: 171 000 Wohnungen).
Gleichzeitig wurde Bauen teurer. So stiegen die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude in Deutschland im August 2017 gegenüber August 2016 um 3,1 Prozent (Bauleistungen am Bauwerk einschließlich Umsatzsteuer). Das ist der höchste Anstieg der Baupreise seit neun Jahren (August 2008: +3,3  Prozent). Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, hatte der Preisanstieg im Mai 2017 im Jahresvergleich bei 2,8 Prozent gelegen. Von Mai 2017 auf August 2017 erhöhten sich die Baupreise um 0,7 Prozent.
Der umbaute Raum der genehmigten neuen Nichtwohngebäude blieb von Januar bis September 2017 gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahezu unverändert bei 159,4 Millionen Kubikmeter. Hierbei gab es einen leichten Anstieg der Genehmigungen bei den nichtöffentlichen Bauherren (+0,9 Prozent), während die Genehmigungen bei den öffentlichen Bauherren zurückgingen (‑8,4 Prozent).

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