Bauchemie zu Wasser und zu Lande
Der italienische Bauchemie-Konzern Mapei S.p.A. aus Mailand hatte sich schon seit langem als Sponsor sportlicher Events engagiert. Der eigens dafür 1997 gegründete „Mapei Sport Service“ führte die Regie. Besonders der Radsport hatte es dem früheren Mapei-Chef Giogio Squinzi angetan. Viele Erfolge auch bei der Tour de France waren mit dem Namen des Bauchemie-Herstellers verbunden, bis Squinzi sich nach den früheren Doping-Skandale von der ganz großen Radsport-Bühne zurückzog. Neben Motorsport, Fußball oder Laufsport hat der Mailänder Konzern jetzt ein neues Betätigungsfeld in den Fokus gerückt: Den Wassersport. Der Einstieg erfolgte, wie es sich gehört, ziemlich weit oben, bei der Segelregatta „Ocean Race Europe“, das nach 2021 in diesem Jahr zum zweiten Mal gestartet wurde und schon jetzt zu den härtesten Offshore-Segelregatten gezählt wird. Dieses Engagement für den Offshore-Regattasport ist speziell in der Bauwelt eher ungewöhnlich. Meldete sich 2023 die spanische Roca-Gruppe mit ihrem Sponsering des „Youth & Puig Women’s America’s Cup“ zu Wort (SKS berichtete in Ausgabe 4.2023)..
Gestartet wurde das Projekt „Allagrande Mapei Racing“ mit dem Skipper Ambrogio Beccaria und Mapei als Hauptsponsor im April 2025. Das „Ocean Race Europe“ ist das „Debut" des Projektes. Diese Regatta ist gewissermaßen der kleine Ableger des „Ocean Race“, das vormals als „Volvo Ocean Race“ (zuvor „The Whitbread Round the World Race“) seit 1973 rund um die Welt führt. Wie der Name schon sagt, geht es bei der am 10. August in Kiel gestartete „Ocean Race Europe“ „nur“ rund um Europa. Ziel ist Ende September nach 4 500 Seemeilen die Boka Bay in Montenegro. Der Mailänder Konzern wolle sich damit neuen Herausforderungen stellen und „auch unsere Marke weiterbringen“, so Veronica Squinzi, CEO von Mapei.
Das mediale Interesse an der Regatta galt es zu nutzen, zumal allein vom Start in Kiel unter anderem der Norddeutsche Rundfunk (NDR) und Eurosport live im TV und über ihre Online-Kanäle berichteten.
Mit vor Ort war entsprechend auch eine Kundengruppe des Unternehmens, die wenige Tage vor dem Start an einem individuell zusammengestellten Programm teilnahmen sowie die Segelcrew kennenlernten und das Boot besichtigen konnten, zusammen mit spannenden Einblicken in die Welt des Hochsee-Segelsports.
Laut dem NDR-Segel-Experten Tim Kröger hat Holcim die Kontrolle über das Boot verloren. Der Kiel war wohl nicht korrekt ausgerichtet und die Segel möglicherweise zu groß für den Wind, was dazu führte, dass das Boot in den Wind drehte und Allagrande Mapei von hinten hineinfuhr. Holcim erlitt schwere Schäden an der Bordwand, in die ein Ausleger des Mastes eindrang, wie auf NDR.de berichtet wird. Bei Allagrande Mapei wurden das Vor- und Großsegel zerfetzt und eingerissen. (Fotoquelle: Youtube)
Und sie konnten dem Start entgegenfiebern, der bei solchen Regatten oft spektakuläre Momente bietet. Doch die Anspannung war bereits schnell zerrissen, vor allem aber das Vorsegel des IMOCA-Bootes, mit dem das „Allagrande Mapei Racing Team“ zum Sieg segeln wollte. Bereits wenige Minuten nach dem Start kollidierte das Schweizer Team Holcim – PRB mit den Italienern. Personen kamen zum Glück nicht zu Schaden. So führte für beide Teams die erste Etappe, die nach Portsmouth (GB) führte, erst einmal in die Werkstatt. Inzwischen ist alles repariert und beide Teams griffen in Portsmouth wieder ins Regatta-Geschehen ein.
Die Gesamtdistanz der Regatta beträgt 4 500 Seemeilen (8 334 Kilometer). Nach Portsmouth folgte das längste Teilstück, bei dem die Teilnehmer zunächst südlich und schließlich durch die Straße von Gibraltar nach Cartagena in Spanien segeln. Anschließend geht es weiter durchs Mittelmeer nach Nizza, es folgt ein „Sprint“ nach Genua. Die letzte Etappe führt die Segler dann Mitte September in die Adria und zum Ziel: Boka Bay in Montenegro
Mehr Informationen dazu: https://www.theoceanrace.com/en/europe/2025, https://www.mapei.com/de/de-de/, https://www.mapeisport.it/en/