Wohnbauförderung als zahnloser Papiertiger?

Seit März 2023 gibt es die Wohnbauförderung für klimafreundlichen Neubau der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Diese Förderung kann unter anderem von Privatpersonen zur Eigennutzung oder Vermietung sowie von Unternehmen beantragt werden. Wer ein neues Haus energieeffizient baut kann dafür zinsgünstige Darlehen bei der staatlichen KfW-Bank beantragen. Kredite von bis zu 150 000 Euro je Wohnung sind möglich. Damit sollte nicht nur dem Klima, sondern auch der erschlafften Baulust wieder auf die Sprünge geholfen werden. 750 Millionen füllte Bundesbauministerin jährlich in Fördertopf und legte im Mai noch einmal 400 Millionen nach, angeblich, weil man eine zu frühe Leere des Topfes befürchtete.

Inzwischen mussten Bauministerium und die KfW-Bank einräumen, dass „noch ist kein eindeutiger Effekt dieser Maßnahmen auf die Genehmigungszahlen erkennbar“ sei. Das Statistische Bundesamt belegte das mit Zahlen: Die Zahl der Baugenehmigungen im

Zeitraum März bis Juni 2023 ging danach im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar etwas stärker zurück (Einfamilienhäuser ‑38,6 Prozent, Zweifamilienhäuser ‑53,9 Prozent und Mehrfamilienhäuser ‑28,7 Prozent als im gesamten 1. Halbjahr 2023). Verglichen mit dem 1. Halbjahr 2022 wurden in diesem Zeitraum 27,2 Prozent weniger Baugenehmigungen erteilt. Im Vergleich Juni 2022 und Juni 2023 waren es sogar 28,5 Prozent weniger Genehmigungen.

Nüchtern betrachtet bedeutet das: Schlechte Baulaune unter anderem durch gestiegene Baukosten und schlechtere Finanzierungsbedingungen schlägt selbst großzügige Förderzusagen und bekennendes Klimabewusstsein. Immerhin war offensichtlich vielen Insidern von Anfang an klar, dass allein eine großzügige Neubauförderung die Flaute am Bau nicht beenden kann.

In den In den Ergebnissen sind sowohl die Baugenehmigungen für Wohnungen in neuen Gebäuden als auch für neue Wohnungen in bestehenden Gebäuden enthalten. Dabei halten Zweifamilienhäusern mit einem Minus von 53,4 Prozent den Negativrekord. Die Baugenehmigungen für Einfamilienhäuser gingen um gut ein Drittel (‑35,4 Prozent) zurück. Auch bei der Gebäudeart mit den insgesamt meisten Wohnungen, den Mehrfamilienhäusern, verringerte sich die Zahl der genehmigten Wohnungen deutlich, und zwar um mehr als ein Viertel (‑27 Prozent).


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