Stahl vs. Keramik: Fugenlose Duschfläche als Fertigelement

23.3.2018
Eigentlich wäre es eine interessante und vor allem sinnvolle Aufgabe für die keramische Fliesenindustrie gewesen. Dank deren Möglichkeiten, große dünne Fliesen in verschiedensten Formaten zu produzieren, ließen sich elegante fugenlose keramische Duschflächen herstellen. Dazu hätte es lediglich der Kooperation mit einem der inzwischen zahlreichen Duschboard-Herstellern bedurft. Da in dieser Branche Kooperationen offensichtlich unbeliebt sind, bleibt es weiterhin bei individuell gefliesten und verfugten keramischen Duschflächen. Jetzt hat deren schärfster Wettbewerber in Sachen Duschfläche, der auf Stahl Email spezialisierte Sanitärhersteller Kaldewei, den Keramikern den Schneid abgekauft und eine Duschfläche präsentiert, die nicht nur diesen Namen verdient, sondern auch konstruktiv Neuland betritt.
Vorgestellt hatte der Ahlener Hersteller das System unter dem Namen „Netsys“ bereits auf der ISH 2017 in Frankfurt, damals allerdings noch als so genanntes „Concept“, um die Resonanz hauptsächlich der Hauptklientel, Handel und Handwerk, zu erkunden. Die schien wohl so positiv, dass ein Jahr später zur aktuellen SHK in Essen die Serienreife vollzogen wurde. Das im Grunde recht einfache Prinzip: Ein bereits ab Werk vormontiertes 4-in-1-System, bestehend aus Ablaufrinne, Gefälleträger, Abdichtung und emaillierter Duschfläche. So ist nicht nur für eine besonders einfache und schnelle Montage möglich. Der neue Lösungsansatz für bodenebene Duschen verbindet außerdem zwei Welten miteinander: die Vorzüge einer fugenlosen Duschfläche aus Stahl-Email mit dem Design eines gefliesten Duschbereiches mit Duschrinne. Optisches Highlight des Designs ist die schlanke Ablaufrinne mit einer Designblende aus gebürstetem Edelstahl, die sich bündig in das puristische Gesamtbild der Duschfläche einfügt.
Auch bei der Installation ist Kaldewei neue Wege gegangen. So lässt sich das bereits vormontierte System aus Ablaufrinne, Gefälleträger, Abdichtband und Duschfläche nach dem Höhenausgleich direkt in die Estrichaussparung einsetzen. Der Höhenausgleich erfolgt entweder durch Herstellung eines Estrichsockels oder praktischerweise durch Unterbauelemente aus Hartschaum. Durch die niedrige Aufbauhöhe ist der bodenebene Einbau auch bei geringer Bautiefe möglich. Die Fläche verzichtet auf jegliche Innenkontur und ist so für eine Einpassung in das Fliesenraster des Bades perfekt geeignet. Die Schalldämmung ist durch das zu gehörige Schallschutzband gewährleistet. Aktuell gibt es die Duschfläche in acht Abmessungen, allerdings vorerst nur in Weiß. Allerdings sollen weitere Farben im Sinne des Kaldewei-Farbprogramms sowie die rutschhemmende Ausstattung in Vorbereitung sein. Mehr Informationen: Kaldewei

Fotos/Zeichnungen: Kaldewei

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