Natursteinpreis 2018 für Frankfurter Museum

20.7.2018
Im Rahmen der Nürnberger Naturstein-Fachmesse „Stone+tec 2018“ Mitte Juni wurde auch der Deutschen Naturstein-Preises 2018 verliehen. Mit über 90 Projekten setzte sich auch dieses Jahr der Aufwärtstrend an Einreichungen fort und dokumentiert nach Ansicht der Auslober, dem Deutscher Naturwerkstein-Verband e.V. (DNV) den besonderen Stellenwert unter den Architektur-Preisen in Deutschland. Die Jury des Deutschen Naturstein-Preises nominierte 19 Naturstein-Projekte in den vier Kategorien: „Öffentliche Gebäude und Gewerbebauten“, „Landschaftsbau und Freiraumgestaltung“ sowie „Massive Bauteile und Bauen im Bestand“ und „Ein- und Mehrfamilienhäuser“.
Das Architekturbüro Lederer Ragnarsdóttir Oei wurde in diesem Jahr für den Neubau des Historischen Museums in Frankfurt am Main ausgezeichnet. Das Büro hatte bereits 2008 den ersten Preis des von der Stadt Frankfurt ausgelobten Realisierungswettbewerbs zur Neukonzeption des Historischen Museums auf dem Römerberg gewonnen. Das Museum gilt als eines der größten Stadtmuseen Europas. Der Erweiterungsbau verbindet die neuen Ausstellungsbauten und die Altbauten des Museums mit einem städtischen Platz, der sich zum Rathaus hin mit einer großen Treppe zum einzigen noch bestehenden (nicht rekonstruierten) Frankfurter Fachwerkhaus öffnet.

Für ihre Bauwerksfassaden wählten die Architekten ortsübliche Materialien. So sind auch die Satteldächer, wie dies rund um Dom und Römer im Zentrum Frankfurts üblich ist, mit Naturschiefer gedeckt, während die Fassaden mit dem Neckartäler Hartsandstein bekleidet sind, ein Naturstein, der in Frankfurt, aber auch im gesamten Rhein-Main-Raum an historischen Gebäudefassaden immer wieder zu finden ist. Der Stein trägt das Bild der öffentlichen Bauten in Frankfurt am Main und das Museum passt sich dieser Situation mit seinem Neubau perfekt ein.Dabei wurde der Stein nicht als Plattenware eingesetzt, sondern in einer Stärke von 11 Zentimetern mit anthrazitfarbenem Vormauermörtel aufgemauert wurde.
Die Materialstärke aber gab den Architekten die Möglichkeit, den Stein in seiner Oberfläche zu ornamentieren. Mit dieser Oberflächenbearbeitung wurde dem Naturstein jener Charakter zurückgegeben, der ihn seit Jahrhunderten in seiner Schönheit und Dauerhaftigkeit zu etwas Besonderem macht. Die steinmetztechnische Bearbeitung bricht das Licht auf der Oberfläche und dokumentiert damit seine besondere Ästhetik und Wertigkeit. Mit dem Bauwerk des Historischen Museums Frankfurt wird der Naturstein als monolithischer Werkstoff behandelt, der dem Haus seinen besonderen Charakter verleiht.
Das Bauwerk gegenüber der Eingangsfassade verfügt auf seinen beiden Längsseiten über Nischen, in denen verschiedenste Steinskulpturen als Dauerexponate des Museums ihren Platz finden und so schon von weitem auf das Historische Museum aufmerksam machen. Die einfache Grundform des Museums, die sich städtebaulich mit ihren Natursteinmaterialien in die Umgebung einpasst, verleiht der Stadt Frankfurt hinter der Nikolaikirche einen besonderen neuen öffentlichen Platzraum.

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