Spanische Fliesen feiern die Architektur

5.12.2018
Für den Verband der spanischen Fliesenhersteller ASCER ist es eine lange gepflegte Tradition: Zum 17. Mal wurde jetzt der Tile of Spain Architecture Awards ausgelobt und Ende November entschieden. Auch in diesem Jahr hat sich die Jury unter dem Vorsitz des Architekten Jorge Silvetti, Gründungspartner von „Machado and Silvetti Associates“, Boston und Fakultätsmitglied der Harvard Graduate School of Design viel Mühe gegeben, aus den eingereichten Projekten der Kategorien Architektur, Innenarchitektur und studentische Abschlussarbeiten beispielhafte Gestaltungen heraus zu filtern. Dotiert ist der Preis mit insgesamt 39 000 Euro, der auf die drei Kategorien aufgeteilt wird: Jeweils 17 000 Euro für Architektur und Innenarchitektur und 5 000 Euro für die Studenten.
Kategorie Architektur
Der neue Eingang zur Intermodalstation von Palma, entworfen vom Architekten Joan Miquel Seguí Colomar, ist der Gewinner in der Kategorie Architektur. Außergewöhnlich und traditionell zugleich ist der Gittereffekt im Eingangsbereich, der durch eine spezielle Verwendung der Fliesen entstanden ist. Das Design markiert die Schwelle zwischen dem städtischen Raum und der Service-Infrastruktur der Station. Die Rückkehr zur mediterranen Tradition des Gitterwerks als Trennung zwischen verschiedenen Bereichen sowie die mutige Verwendung von Keramikfliesen als strukturelle Ressource hat die Jury überzeugt.
Lobend erwähnt wurde von der Jury außerdem das Studentenwohnheim „Laan Van Spartaan Amsterdam“ von Studioninedots Amsterdam, wegen des Potenzial von Keramikfliesen im Bereich großformatiger, vorgefertigter Elemente. Auch „Sporthalle und Klassenzimmer. Francisco de Vitoria Universität“ von Alberto Campo Baeza wurde wegen der Präzision bei der Verwendung von keramischen Materialien lobend hervorgehoben.
Kategorie Innenarchitektur
In der Kategorie Innenarchitektur konnte das „Haus mit Meerblick“ von Xavier Martí und Lucía Ferrater die Juroren überzeugen. Diese begrüßten vor allem die Verwendung von Keramikfliesen, um ein Gefühl der Verbindung zwischen verschiedenen Räumen und Ebenen zu schaffen. Die verwendeten Fliesen bilden ein harmonisches Kontinuum mit den anderen Materialien innerhalb des Objekts.
In dieser Kategorie hat sich die Jury entschieden, das Projekt mit dem Titel „Ganzheitliche Renovierung der Casa Artium“ von Maria Fernández Torrado (Torrado Arquitectura) zu erwähnen. Bei diesem Renovierungsprojekt wurden leichte, großformatige Keramikfliesen mit Marmoreffekt verwendet, die einen scheinbar einfachen Durchgangsraum in das Herzstück des gesamten Hauses verwandelt.
Kategorie Abschlussarbeit
Manuel Bouzas Barcala von der Architekturfakultät in Madrid konnte mit seinen Entwürfen zum Projekt „Ein positives Ereignis“ die Juroren für sich einnehmen. Hier waren vor allem die Kreativität und Experimentierfreudigkeit des Autors für den Sieg ausschlaggebend. Ein weiterer entscheidender Faktor war die Klarheit der Ideen, die auf der These basieren, dass Keramikfliesen in ihrer ursprünglichen Anwendung außergewöhnliche architektonische Fähigkeiten besitzen.
Lobende Erwähnung fanden die Arbeiten „La Vall, ein Flur nach Barcelona“ von Clàudia Calvet Gómez von der Barcelona School of Architecture wegen der Verwendung von Keramikkuppeln und Rohroberlichtern, um eine Verbindung zwischen den unterirdischen Bereichen der U-Bahn und der Straßenebene herzustellen. Eine Erwähnung wert war der Jury auch „The Limit. Eine Kunst- und Kunstgewerbeschule in Chinchón“ von Carmen Martín Hernando von der Polytechnic School der CEU San Pablo Universität.

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